Knorr-Bremse zeigt Widerstandskraft trotz Marktunruhen
Der Münchener Lkw- und Zugbremsenspezialist Knorr-Bremse hat im dritten Quartal 2023 trotz widriger Auswirkungen im Nutzfahrzeugsektor und ungünstigen Währungskursen Standhaftigkeit bewiesen. Das börsennotierte Unternehmen verzeichnete zwar einen Umsatzrückgang von 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 1,88 Milliarden Euro, ließ jedoch adaptiert um Übernahme- und Währungseffekte einen Zuwachs von 2,7 Prozent erkennen. Auf Analystenseite blieb man von dieser Leistung leicht enttäuscht, das operative Ergebnis indes überraschte erfreulich.
Die Aktien von Knorr-Bremse, die am Vormittag deutliche Verluste hinnehmen mussten, erholten sich bis zum Nachmittag mit einem Zugewinn von 0,6 Prozent. Damit steht seit Jahresbeginn eine beachtliche Steigerung von 15 Prozent zu Buche. Laut Lucas Ferhani, Analyst bei Jefferies, erscheint das Gesamtbild der Ergebnisse gemischt, wobei eine Belebung im Lkw-Sektor entscheidend für künftige Erfolge sei. Während das Bahngeschäft floriert, kämpft die Nutzfahrzeugsparte aufgrund der Einbußen im US-Markt trotz solider Resultate in Europa und China.
Der Experte Stephan Bauer von der Bank Metzler teilt diese Sichtweise und vermerkt einen Rückgang der Aufträge im Vergleich zum vorangehenden schwachen Quartal. Dennoch bleibt er optimistisch hinsichtlich der Marktresilienz von Knorr-Bremse, hervorgerufen unter anderem durch die starke Position im Ersatzteilgeschäft. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) steigerte sich um fast sieben Prozent auf 251 Millionen Euro, während die entsprechende Marge um einen Prozentpunkt auf 13,3 Prozent stieg, zur Freude der Analysten.
CEO Marc Llistosella und sein Managementteam bekräftigten die im Juli reduzierten Jahresziele trotz negativer Währungseffekte. Die Erwartung an den Jahresumsatz liegt zwischen 7,8 und 8,1 Milliarden Euro, mit einer bereinigten Ebit-Marge von 12,5 bis 13,5 Prozent. Der freie Cashflow soll sich im Bereich von 700 bis 800 Millionen Euro bewegen.

