Klimawandel beeinflusst Fischpopulationen: Neue Rote Liste der Meeresfische veröffentlicht
Die unaufhaltsamen Veränderungen des Klimas zeigen zunehmend Auswirkungen auf die Meeresfauna der Nord- und Ostsee, wie es vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Bonn berichtet wird. Kälteliebende Arten wie der Kabeljau haben in den letzten zwei Jahrzehnten einen erheblichen Rückgang erfahren, während wärmeliebende Fische wie der Wolfsbarsch stärker auftraten.
Überraschend ist auch das vermehrte Erscheinen des sonst seltenen Kurzschnäuzigen Seepferdchens an den deutschen Küsten der Nordsee. In einer aktualisierten Roten Liste präsentiert das BfN positive Entwicklungen: die Anzahl der bestandsgefährdeten Arten hat sich leicht verringert.
Trotz dieser erfreulichen Nachricht bleibt die Belastung der Fischpopulationen durch die intensive Nutzung der Gewässer signifikant. Erstmals wird der Stechrochen als in diesen Gewässern ausgestorben betrachtet, während der Hundshai mittlerweile vom Aussterben bedroht und der Europäische Aal weiterhin stark gefährdet ist.
Die Bedeutung von Schutzgebieten und der Erhaltung mariner Lebensräume wird durch die BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm bekräftigt. Sie betont die Notwendigkeit eines ökosystemverträglichen Fischereimanagements und die Einrichtung streng geschützter Bereiche.
Die Rote Liste bewertet 105 Fischarten der heimischen Meeresgebiete. Von diesen sind zehn Arten bestandsgefährdet. Zwei davon, der Hundshai und der Kleine Scheibenbauch, stehen kurz vorm Aussterben; sechs Arten, darunter Dornhai und Seehecht, sind stark gefährdet. Dennoch gelten aktuell 67 Arten, was knapp 64 Prozent entspricht, als ungefährdet.

