Klimaschutz im Fokus: Bündnis pocht auf verstärkten Hitzeschutz
Der steigende Temperaturtrend in Deutschland löst Besorgnis bei Experten und Organisationen aus. Fast 100 Organisationen haben sich zusammengetan, um anlässlich des bundesweiten Hitzeaktionstags den Ruf nach mehr Schutzmaßnahmen zu verstärken. Angesichts der zunehmenden Hitzetage macht das Bündnis darauf aufmerksam, dass die Bedrohungen durch extreme Temperaturen ernsthaft berücksichtigt werden müssen.
Martin Herrmann, Vorsitzender der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG), betont, dass wir uns auf noch nie dagewesene Hitzeszenarien einstellen müssen. In Zukunft sind Szenarien zu erwarten, die deutlich jenseits bisheriger Extremerfahrungen liegen könten. Längere und intensivere Hitzewellen könnten erhebliche Opferzahlen nach sich ziehen, warnen die Akteure.
Bereits im vergangenen Jahr verzeichnete Deutschland schätzungsweise 3.000 hitzebedingte Todesfälle, so das Robert Koch-Institut. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und jene mit Vorerkrankungen wie Demenz oder Herz-Kreislauf-Problemen. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, betont, dass viele dieser Todesfälle durch wirksamen Hitzeschutz vermeidbar wären.
Das breite Bündnis, zu dem unter anderem KLUG, der AWO Bundesverband, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und die Klima-Allianz Deutschland zählen, fordert von der Politik verbindliche und finanzierte Hitzeschutzmaßnahmen vor Ort. Herrmann stellt klar, dass nicht die Freude am Sommer infrage gestellt wird. Es sei vielmehr entscheidend, die Risiken bewusst zu machen und Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um unbeschwerte Tage zu genießen.

