Klimakrise und Gesundheit: Ein Jahr der alarmierenden Belege
Ein alarmierender Jahresbericht der angesehenen Fachzeitschrift "The Lancet" bringt die Welt zum Nachdenken: Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und die träge Reaktion auf den Klimawandel fordern jedes Jahr weltweit Millionen Menschenleben. Die Autorinnen und Autoren des Berichts zeichnen ein beklemmendes Bild von der Bedrohung für die Gesundheit weltweit, denn zwölf von zwanzig klimarelevanten Indikatoren erreichten alarmierende Höchststände.
Ein zentrales Problem sind die steigenden Todesfälle durch Extremhitze, die seit den 1990er Jahren um 23 Prozent zugenommen haben und aktuell bei einem Jahresdurchschnitt von etwa 546.000 liegen. Luftverschmutzung, primär hervorgerufen durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe, führt jährlich zu etwa 2,5 Millionen vorzeitigen Todesfällen. Ironischerweise steigern Öl- und Gaskonzerne ihre Produktion, während Regierungen 2023 insgesamt 956 Milliarden US-Dollar für fossile Brennstoffsubventionen aufwenden, teils mehr als für ihre nationalen Gesundheitsbudgets. Parallel dazu greifen Infektionskrankheiten wie das Dengue-Fieber, befeuert durch klimatische Veränderungen, um sich.
Doch es gibt Hoffnungsschimmer: Der Wandel hin zu sauberen Energien hat seit 2010 schätzungsweise 160.000 vorzeitige Todesfälle pro Jahr verhindert. Studienleiterin Marina Romanello vom University College London betont die Notwendigkeit dieser Maßnahmen. Sie sieht in der Hinwendung zu sauberer Energie und gesünderen Lebensweisen den Schlüssel zur Vermeidung einer Klimakatastrophe und zur Rettung von über zehn Millionen Leben jährlich.
Ökonomische Auswirkungen sind ebenfalls erheblich: Der Klimawandel verursachte 2024 einen Verlust von 639 Milliarden Arbeitsstunden, was einem Einkommensverlust von etwa 1,09 Billionen US-Dollar entspricht. Der dringende Appell von Mitautor Anthony Costello ist eindeutig: Es bedarf gemeinschaftlicher Anstrengungen, um eine gesundheitsschützende und gerechte Transformation zu ermöglichen.

