Klimagipfel 2024: Türkei als Gastgeber, Australien mit Schlüsselrolle
Die nächste Weltklimakonferenz soll in der Türkei abgehalten werden und dabei eine besondere Rolle für Australien vorsehen. Diese Einigung wurde unter der Leitung von Jochen Flasbarth, dem deutschen Umweltstaatssekretär, während der aktuellen Klimaverhandlungen in Belém, Brasilien, erzielt. Noch bedarf es der formalen Bestätigung durch das Plenum, aber der Kompromiss wird bereits als wegweisend beschrieben.
In einem bisher ungewöhnlichen Ansatz soll die Türkei Gastgeber- und Präsidentschaftsfunktionen übernehmen, während Australien die Verhandlungspräsidentschaft führen wird. Flasbarth sieht darin ein innovatives Modell, das neue Wege in der Klimadiplomatie eröffnen könnte.
Der australische Premierminister Anthony Albanese begrüßte dieses Ergebnis und betonte die Zusammenarbeit mit pazifischen Inselstaaten wie Papua-Neuguinea und Fidschi, um die Auswirkungen des Klimawandels in dieser besonders betroffenen Region in den Mittelpunkt zu stellen. Ein mögliches Scheitern der Einigung hätte dazu geführt, dass Deutschland als Standort des UN-Klimasekretariats in Bonn in die Rolle des Gastgebers mit zehntausenden erwarteten Teilnehmern hätte schlüpfen müssen – ein Szenario, das Berlin aufgrund des engen Zeitrahmens gern vermeiden wollte.
Albanese ist der Meinung, dass eine Verlegung des Gipfels nach Bonn den multilateralen Klimaschutz nicht wesentlich vorangebracht hätte. Der endgültige Austragungsort, möglicherweise Antalya, wird noch festgelegt, doch das rotierende System der Klimagipfel fand diesmal eine einvernehmliche Lösung, die sowohl der Türkei als auch Australien einen wertvollen Nutzen bringen soll.

