Kleine Fortschritte bei UN-Klimakonferenz in Bonn - Hoffnung auf November
Die diesjährige UN-Klimakonferenz in Bonn enttäuschte zahlreiche Umweltschutzorganisationen durch mangelnden Fortschritt, so Expert:innen verschiedener Organisationen. Der Greenpeace-Vertreter Jannes Stoppel äußerte sich kritisch: Die Verhandlungen verliefen in einem Tempo, als stünde der Welt noch genug Zeit zur Verfügung, obwohl dringende Maßnahmen gefordert wären.
Bonn dient als Gastgeber für die alljährlichen Vorbereitungsverhandlungen zur großen Weltklimakonferenz, die dieses Jahr Brasilien im November ausrichten wird. Der Standort beheimatet das UN-Klimasekretariat, das für die Koordination der globalen Klimapolitik zuständig ist.
Jan Kowalzig von Oxfam wies darauf hin, dass einige Themen aufgrund von Uneinigkeiten vertagt werden mussten, was in einer Zeit der zunehmenden klimatischen Herausforderungen besonders frustrierend sei. Die Vertreterin des WWF Deutschland, Viviane Raddatz, konnte ebenfalls keine nennenswerten Fortschritte erkennen.
Allerdings hob Germanwatch hervor, dass zumindest technische Fortschritte erzielt wurden. Ein wichtiger Punkt sei die Handlungsfähigkeit der internationalen Gemeinschaft auch ohne die Beteiligung der USA, nachdem Präsident Donald Trump den Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt hatte.
Im Vorfeld der Weltklimakonferenz sind alle UN-Mitgliedstaaten, darunter die EU, aufgerufen, neue Klimaschutzpläne vorzulegen. Susann Scherbarth vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland warnt davor, dass die EU im Falle einer Verwässerung ihrer Ziele ein erhebliches klimapolitisches Risiko eingehen würde.

