Klarna, Krypto, Billionen-Wette: Warum Atomico jetzt auf Stablecoins setzt
Zwischen Klarna-Coup und neuem Gründeroptimismus
Atomico gehört zu den prägendsten Investoren der europäischen Tech-Szene. Der von Skype-Gründer Niklas Zennström aufgebaute Fonds war früh bei Klarna an Bord und profitierte 2025 vom Börsengang des schwedischen Zahlungsdienstleisters. Nach Schätzungen des manager magazins brachte der IPO Atomico einen Gewinn von 30 bis 50 Millionen Dollar ein. Für Deutschlandchefin Lisa Sorg ist dieser Erfolg mehr als ein Einzelfall – er steht für einen Stimmungsumschwung.
Im Finance-Forward-Podcast beschreibt Sorg die aktuelle Lage als Wendepunkt. Die Zahl der Neugründungen in Europa ist laut dem jüngsten „State of European Tech“-Report von Atomico auf rund 27.000 gestiegen – ein Rekord. Gleichzeitig entstehen immer häufiger Unternehmen, die in ihren Nischen weltweit führend sind. Die Frage sei nicht mehr, ob Europa Milliardenfirmen hervorbringen könne, sondern ob auch ein Billionen-Konzern möglich sei.
Stablecoins als neue Infrastruktur des Zahlungsverkehrs
Vor diesem Hintergrund richtet Atomico den Blick auf neue technologische Plattformen. Besonders aufmerksam verfolgt der Fonds die Entwicklung von Stablecoins. Diese Kryptowährungen sind in der Regel an den Dollar oder Euro gekoppelt und sollen die Stabilität klassischer Währungen mit der Effizienz der Blockchain verbinden. Internationale Zahlungen lassen sich damit schneller und günstiger abwickeln als über das traditionelle Bankensystem.
Für Endkunden sei der Durchbruch noch nicht erreicht, sagt Sorg. Doch in Unternehmen wachse das Interesse rasant. Stablecoins tauchten inzwischen in vielen Vorstandsetagen auf – nicht als Spekulationsobjekt, sondern als Infrastruktur für Zahlungsverkehr und Treasury-Management.
Warum Atomico auf die Blockchain setzt
Bei Atomico diskutiere man bereits, ob Gehaltszahlungen oder interne Abrechnungen künftig über Blockchain-Lösungen laufen könnten. Der eigentliche Wert liege dabei weniger in der einzelnen digitalen Münze als in der dahinterliegenden Technologie. Wer heute in diese Infrastruktur investiert, setze auf eine mögliche Neuordnung des globalen Zahlungsverkehrs. Für Atomico ist das die logische Fortsetzung der Fintech-Erfolgsgeschichte, die mit Beteiligungen wie Klarna begann.
Offen ist, ob Stablecoins tatsächlich zur nächsten großen Plattform werden. Doch für Investoren wie Atomico steht fest: Die europäische Gründerszene tritt in eine neue Phase ein – und die Wetten auf ihre künftigen Gewinner werden wieder größer.


