"Kiwala": Estland stoppt verdächtigen Öltanker in eigenen Gewässern
Estland hat einen Öltanker namens "Kiwala" in der Ostsee gestoppt, der mutmaßlich zur russischen Schattenflotte gehört. Diese Flotte wird verdächtigt, im Zuge internationaler Sanktionen gegen Russland tätig zu sein. Die Marine des baltischen EU- und NATO-Staates hielt das Schiff in seinen Hoheitsgewässern an, um den rechtlichen Status und die Dokumentation zu prüfen. Der Tanker, der mit EU-Sanktionen belegt ist, befand sich auf einer Route in Richtung Russland und liegt nun vor Tallinn, der estnischen Hauptstadt, vor Anker.
Nach Angaben der estnischen Behörden hat die "Kiwala" keinen Flaggenstaat, der normalerweise die Registrierung und das rechtliche Rahmenwerk für ein Schiff stellt. "Solche Schiffe dürfen eigentlich nicht auslaufen", kommentierte Veiko Kommusaar von der estnischen Polizei- und Grenzschutzbehörde. Um die technischen und rechtlichen Bedingungen an Bord zu klären, hat die Verkehrs- und Transportbehörde Vertreter zur Inspektion geschickt. Der Kapitän des Tankers ist chinesischer Herkunft und zeigt sich kooperativ. Insgesamt befinden sich 24 Personen an Bord.
Estlands Premierminister Kristen Michal betonte auf der Plattform X, dass das Land verdächtige maritime Aktivitäten in der Ostsee sehr ernst nehme. Die Festsetzung des Öltankers steht nach Angaben der zuständigen Behörden nicht im Zusammenhang mit kürzlichen Vorfällen von Sabotage an wichtigen Infrastrukturen in der Region. Die russische Schattenflotte, zu der auch der aktuelle Fall gezählt wird, war in den vergangenen Monaten wegen möglicher Sabotageakte an Kabeln und Leitungen in der Ostsee in den Fokus geraten. Diese Schiffe stehen im Verdacht, Sanktionen zu umgehen, die aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verhängt wurden.

