Kiew erteilt US-Friedensplan eine klare Absage
Die ukrainische Diplomatin Olha Stefanischyna hat einen von Washington vorgeschlagenen Friedensplan entschieden abgelehnt. Bei einer Diskussionsveranstaltung in der US-Hauptstadt betonte die Botschafterin erneut die Unantastbarkeit der ukrainischen Landesgrenzen. „Änderungen der Grenzen der Ukraine sind kein Thema für Verhandlungen“, hob sie dabei hervor. Im Zentrum der Gespräche stünde vielmehr die Frage, wie die aktuelle Frontlinie fixiert werden könne, fügte Stefanischyna hinzu.
Der in den Medien veröffentlichte Plan sieht erhebliche Konzessionen der Ukraine vor, darunter den Rückzug aus den Gebieten Luhansk und Donezk sowie die Anerkennung der russischen Kontrolle über die seit 2014 annektierte Krim. Stefanischyna kritisierte den Plan als „russisch“ geprägt und bezweifelte die Ernsthaftigkeit seitens Moskaus, tatsächlich in Dialog treten zu wollen. Mit einem Lächeln fügte sie hinzu, dass die Punkte des Plans wenig Sinn ergäben.
Auf einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York bekräftigte die Ukraine ihre Ablehnung jeglicher Gebietsabtretungen. Chrystyna Hajowyschyn, die stellvertretende Vertreterin der Ukraine bei den Vereinten Nationen, machte deutlich, dass die Ukraine nicht bereit sei, die von Russland besetzten Gebiete als deren Territorium anzuerkennen. Zudem verwahrte sie sich gegen Beschränkungen der Verteidigungskapazitäten und den Vorschlag eines Nato-Beitrittsverbots.
Seit mehr als dreieinhalb Jahren setzt die Ukraine auf die Unterstützung des Westens, um der russischen Invasion standzuhalten. Kiews Vertreterinnen unterstrichen, dass Friedenspläne für ihr Land nur unter Einbeziehung der ukrainischen Interessen ausgearbeitet werden sollten.

