KI für den nächsten Raubzug? Warum GTA 7 laut Ex-Rockstar-Veteran erheblich günstiger werden könnte
Wenn „Grand Theft Auto 6“ am 26. Mai 2026 endlich das Licht der Welt erblickt, wird es nicht nur die Gaming-Landschaft neu definieren, sondern auch alle bisher bekannten Rekorde für Entwicklungskosten pulverisieren. Es ist ein Monolith, ein digitales Monument, dessen Entstehung Unsummen verschlungen hat. Doch was kommt danach? Ein ehemaliger technischer Leiter von Rockstar Games, Obbe Vermeij, der an früheren Meilensteinen der Serie mitwirkte, hat nun eine verblüffende und weitreichende Prognose gewagt: Das nächste Kapitel der Saga, ein hypothetisches „Grand Theft Auto 7“, könnte dank des unaufhaltsamen Vormarsches moderner Werkzeuge wie künstlicher Intelligenz signifikant günstiger in der Herstellung sein.
Der erste Pinselstrich kommt von der Maschine
In einem aufschlussreichen Interview skizziert Vermeij eine Zukunft, die für viele noch wie Science-Fiction klingen mag, aber in den Grundzügen bereits Realität ist. Er malt ein anschauliches Bild: „Stell dir vor, du machst eine Zwischensequenz. Du könntest einfach die Szene beschreiben, und eine KI rendert alle Charaktere und sogar die Konversation.“ Dies wäre der erste Entwurf, eine rohe, aber funktionale Basis, auf der die menschlichen Künstler dann ihre Magie entfalten können. „Du wirst immer noch Künstler für die höherwertigen kreativen Dinge haben, und es wird Fehler zu beheben geben“, erklärt Vermeij. „Aber ich denke, der Großteil der Arbeit wird wahrscheinlich ersetzt werden.“ Es ist eine Revolution, die nicht darauf abzielt, Kreativität zu eliminieren, sondern die mühsame, zeitaufwendige Knochenarbeit zu automatisieren.
Die stille Revolution, die bereits stattgefunden hat
Was für Künstler und Autoren noch wie Zukunftsmusik klingt, ist für Programmierer laut Vermeij bereits seit Jahren gelebte Realität. Er zieht einen faszinierenden historischen Vergleich: „Als wir mit GTA 3 anfingen, war eine Engine nur der Rendering-Teil. Die Programmierer mussten noch die Physik, die Kollisionsabfrage und den Animationscode selbst schreiben.“ Heute sind all diese komplexen Systeme integrale Bestandteile von Engines wie Unity, Unreal oder Rockstars hauseigener RAGE-Engine. Die Aufgaben, die einst ganze Teams von Programmierern monatelang beschäftigten, sind heute standardisierte Bausteine, die per Klick verfügbar sind.
Der schrumpfende Code-Anteil im Kreativ-Kollektiv
Diese schleichende Automatisierung hat die Zusammensetzung von Entwicklerteams fundamental verändert. Vermeij untermauert dies mit einer beeindruckenden Zahl: „Als ich anfing, machten Programmierer etwa ein Drittel eines typischen Teams aus. Heute sind es vielleicht noch 10, 15 Prozent.“ Diese Entwicklung sei also bereits im Gange und werde durch die neuen KI-Werkzeuge nur noch weiter beschleunigt. Die Rolle des Programmierers wandelt sich vom Allround-Handwerker zum hochspezialisierten Architekten, der die mächtigen Werkzeuge lenkt, anstatt jedes Fundament von Hand zu gießen. Während wir also auf GTA 6 warten, wird im Hintergrund bereits das Fundament für eine effizientere, KI-gestützte Zukunft von GTA 7 gelegt – auch wenn Vermeij scherzhaft anmerkt: „Wir werden wohl 15 Jahre warten müssen, um zu sehen, ob wir recht haben.“

