Keurig Dr Pepper zerschlägt sich – Übernahme von JDE Peet’s für 16 Milliarden Euro
Keurig Dr Pepper wagt den radikalen Schritt: Für rund 16 Mrd. Euro übernimmt der US-Getränkeriese die europäische JDE Peet’s – und stellt gleichzeitig die Weichen für die eigene Zerschlagung. Die Transaktion sieht vor, das Geschäft in zwei unabhängige börsennotierte Unternehmen aufzuspalten: eines für Softdrinks, eines für Kaffee.
Die Konditionen sind klar umrissen. Keurig Dr Pepper bietet 31,85 Euro je Aktie, was JDE Peet’s mit 15,7 Mrd. Euro bewertet. Der Schlusskurs am Freitag lag noch bei 26,50 Euro. Mit Marken wie Douwe Egberts, Kenco oder Peet’s Coffee bringt der niederländische Konzern ein globales Portfolio von mehr als 50 Kaffeemarken ein. Zusammen sollen die neuen Einheiten jeweils eine Umsatzbasis im zweistelligen Milliardenbereich haben: Softdrinks rund 11 Mrd. Dollar, Kaffee etwa 16 Mrd. Dollar.
CEO Tim Cofer spricht von der Schaffung „zweier Gewinner, darunter ein neuer globaler Kaffeechampion“. Für den bisherigen Mehrheitsaktionär JAB Holding bedeutet der Deal vor allem frische Liquidität: Über 12,5 Mrd. Dollar fließen als Cash-Proceeds, womit der Investor seinen strategischen Schwenk Richtung Versicherungen untermauert. JAB bleibt dennoch mit knapp fünf Prozent Anteil an beiden Einheiten investiert.
Die Trennung spiegelt auch die operative Realität wider. Während Marken wie Dr Pepper, Canada Dry oder Snapple solide wachsen, kämpft die Kaffeesparte seit Jahren mit Wettbewerb und schwacher Profitabilität. Keurig räumte zuletzt ein, dass das Geschäft mit Maschinen durch Trumps Zölle belastet bleibe. Parallel verstärkt der Konzern seine Expansion ins Energy-Segment – etwa durch die fast 1 Mrd. Dollar schwere Beteiligung am Trendgetränk Ghost.
Mit der Abkehr von der 2018 gefeierten Fusion von Kaffee- und Softdrinkgeschäft sendet Keurig Dr Pepper ein Signal: Größe allein reicht nicht, klare Fokussierung soll nun den Wert heben.

