Keine Ermittlungen gegen Ex-Cum-Ex-Ermittlerin: Staatsanwaltschaft sieht keinen Anlass
Die Staatsanwaltschaft Bonn hat entschieden, dass keine Ermittlungen gegen die ehemalige Cum-Ex-Ermittlerin Anne Brorhilker eingeleitet werden. Nach Angaben eines Sprechers der Behörde konnten keine hinreichenden Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten festgestellt werden. Dennoch legten die Anzeigenerstatter Beschwerde gegen diese Entscheidung ein, die nun von der Generalstaatsanwaltschaft Köln geprüft wird. Die Nachricht wurde ursprünglich von der «Kölnischen Rundschau» veröffentlicht.
Der Hintergrund der Anzeige liegt in Vorwürfen ehemaliger Anwälte des Bankchefs Christian Olearius. Diese behaupteten, Brorhilker habe in ihrer Anklageschrift gegen frühere Mitarbeiter der Warburg Bank absichtlich falsche und unvollständige Informationen verwendet. Doch die Staatsanwaltschaft sah trotz der Vorwürfe keinen ausreichenden Grund, um Ermittlungen einzuleiten. Es liege schlichtweg an einem Mangel konkreter Hinweise auf eine mögliche Straftat.
Der inzwischen im Ruhestand befindliche Olearius, der früher die Hamburger Privatbank M.M. Warburg leitete, war durch den Cum-Ex-Skandal, bei dem Banken den Staat um schätzungsweise mindestens zehn Milliarden Euro schädigten, erheblich belastet. Im letzten Jahr wurde das Verfahren gegen den über 80-jährigen Olearius aufgrund seiner Verhandlungsunfähigkeit eingestellt. Ihm war besonders schwerer Steuerbetrug vorgeworfen worden, was Olearius stets bestritt.

