Kaufnebenkosten: Mit dieser Belastung sollten Sie rechnen

Ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung ist der Traum vieler Menschen. Der Kauf einer Immobilie bringt aber nicht nur den ausgeschriebenen Kaufpreis mit sich, sondern neben möglicherweise anfallenden Sanierungs- und Renovierungskosten auch Kaufnebenkosten, die nicht zu unterschätzen sind. Darunter fallen verschiedene Posten, die Sie bei Ihrer Baufinanzierung einkalkulieren müssen. Erfahren Sie in unserem Artikel, welche Kosten Sie erwarten und wofür Kaufnebenkosten überhaupt anfallen.
Was gehört zu den Kaufnebenkosten?
Wer sich zuvor noch nicht mit dem Kauf einer Immobilie und mit Baufinanzierung beschäftigt hat, der mag vielleicht in diesem Zusammenhang das erste Mal über das Thema Nebenkosten beim Hausbau - oder auch 'Kaufnebenkosten' stolpern. Die Bezeichnung klingt vielleicht zuerst unbedenklich – wie hoch können schon Nebenkosten sein? Doch der Begriff ist leicht missverständlich, denn diese Kosten treiben den Kauf einer Immobilie in der Regel bis zu 10% in die Höhe.
Zu den fixen Kaufnebenkosten gehören Ausgaben wie Grunderwerbsteuer, Kosten für Notar und die Eintragung ins Grundbuch. Andere Kaufnebenkosten können entweder umgangen werden oder stark variieren.
Welche Kaufnebenkosten fallen an?
- Grunderwerbsteuer
- Kosten für Notar und Grundbuch
- Sanierungs- und Renovierungskosten
- Maklerprovision
- Versicherung
Grunderwerbsteuer
Dieser Posten fällt beim Kauf einer Immobilie, aber auch beim Kauf eines Grundstücks, an. Beim Kauf einer Immobilie zahlen Sie die Grunderwerbsteuer für das Grundstück und die Immobilie, was sich dementsprechend deutlich in den Kosten widerspiegelt. Wie hoch letztendlich die Grunderwerbsteuer ist, hängt von dem Bundesland ab, in dem Ihre Immobilie steht. Mit einer Steuer zwischen 3,5% und 6,5% des Kaufpreises müssen Sie hierbei rechnen.
Notar und Grundbuch
Auch an den Kosten für Notar und für die Eintragung ins Grundbuch kommen Sie nicht vorbei, da die Übereignung (Eigentumsübertragung) nur dann rechtskräftig ist, wenn der Kaufvertrag notariell beglaubigt ist. Neben dieser notwendigen Abwicklung können ebenfalls Kosten für die Löschung der Grundschuld des Verkäufers oder die Eintragung der Grundschuld ins Grundbuch anfallen. Je mehr Dienstleistungen Sie vom Notar in Anspruch nehmen, desto höher fallen selbstverständlich die Kosten aus. Im Durchschnitt belaufen sich die notariellen Kosten jedoch auf etwa 2% des Kaufpreises.
Wo liegen die Unterschiede?
Je nachdem, ob Sie eine Immobilie kaufen oder bauen oder in welchem Bundesland sich das Eigentum befindet, können die Kaufnebenkosten, wie oben bereits beschrieben, variieren. Doch auch weitere Kosten können sich stark untereinander unterscheiden.
- Maklerprovision
Wenn Sie Ihre Immobilie über einen Makler gefunden haben, werden Gebühren von bis zu 3% des Kaufpreises fällig. - Standort der Immobilie
Es gibt regionale Unterschiede bei den Kosten einer Immobilie. Diese hängen besonders an der Grunderwerbsteuer, wie bereits geschrieben. Die niedrigsten Kaufnebenkosten können Sie in Bayern und Sachsen erwarten (etwa 9%), Berlin und Brandenburg sind mit etwa 15% Spitzenreiter bei den Kaufnebenkosten. - Sanierungs- und Renovierungskosten
Abhängig von der Ausgangslage und Ihren Ansprüchen und Wünschen sind die Kosten für Sanierungs- und Renovierungsarbeiten sehr variabel.
Fazit
Pauschal lässt sich keine Zahl nennen, mit der Sie für die Kaufnebenkosten rechnen müssen – zu unterschiedlich ist die Gewichtung der einzelnen Posten. Besonders, weil die Nebenkosten natürlich auch von dem Ausgangspreis der Immobilie und Ihren Ansprüchen abhängig sind. Schätzungsweise fallen mindestens 10% des Kaufpreises für Kaufnebenkosten an. Je nach Standort der Immobilie, notariellen Dienstleistungen und weiteren individuellen Punkten können es aber durchaus bis zu 16% sein.

