Karriere-Perspektiven: Deutsche Arbeitnehmer bleiben standhaft
Der Arbeitsmarkt in Deutschland zeigt eine auffallende Zurückhaltung in Bezug auf Jobwechsel. Eine aktuelle Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag von Xing offenbart, dass nur etwa ein Drittel der Befragten bereit ist, ihren Arbeitgeber zu wechseln – ein Tiefstwert in den letzten fünf Jahren.
Besonders bemerkenswert ist, dass die sogenannte 'Generation Z' heute weniger bereit ist, den Job zu wechseln, als in den Vorjahren. Noch etwa 44 Prozent der nach 1997 Geborenen ziehen einen Wechsel in Betracht, ein Rückgang im Vergleich zu 48 Prozent im Jahr 2025 und 50 Prozent in 2024. 'Dies deutet auf ein verstärktes Sicherheitsbedürfnis in den jüngeren Generationen hin', analysiert Julian Stahl, Xing-Arbeitsmarktexperte.
Ähnlich zeigt sich die Situation bei den anderen Generationen. Während 40 Prozent der 'Millennials' offen für eine neue Herausforderung sind, verharrt die 'Generation X' bei 29 Prozent und die 'Babyboomer' bleiben mit nur 17 Prozent besonders zurückhaltend.
Unter den veränderungswilligen jungen Arbeitnehmern nennt über die Hälfte ein niedriges Gehalt als Hauptgrund für den Wechsel. Fehlende Aufstiegschancen sowie eine generelle Lust auf Abwechslung stehen ebenfalls hoch im Kurs. Vergleichsweise sind bei den älteren Semestern Stress und Führungsschwächen häufig ausschlaggebend.
Generationenübergreifend konsensfähig sind jedoch die Erwartungen an den idealen Arbeitsplatz: Dauerhafte Sicherheit, Sinnhaftigkeit der Arbeit, ein attraktives Gehalt sowie flexible Arbeitszeiten rangieren an erster Stelle. Für die Jüngeren stellt die Möglichkeit zum Homeoffice eine entscheidende Rolle, während für die Älteren dies eine weniger zentrale Bedeutung hat.
Trotz der grundsätzlichen Bereitschaft zum Wechsel zeichnet sich trotzdem eine hohe Zufriedenheit ab – stolze 84 Prozent bekunden sich mit ihrer aktuellen Tätigkeit eher oder sehr zufrieden. Eine Kündigung stellt für 92 Prozent der Befragten keine bedeutende Sorge dar, was den Wunsch nach Stabilität in diesen unsicheren Zeiten unterstreicht.

