Kanzler Merz kritisiert Krankentage – Diskussion um Anreize entbrannt
Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte bei einer Wahlkampfveranstaltung Bedenken über den seiner Ansicht nach zu hohen Krankenstand in Deutschland. Im Schnitt seien Arbeitnehmer hierzulande an 14,5 Tagen im Jahr krankgeschrieben – eine beinahe dreiwöchige Abwesenheit pro Jahr, die Merz infrage stellte. Er plädierte dafür, Anreize zu schaffen, um die Arbeitsbereitschaft zu steigern, und stellte die fortwährende Gültigkeit der telefonischen Krankschreibung zur Debatte.
Diese Regelung wurde während der Corona-Pandemie eingeführt und von der Union nun vermehrt kritisch betrachtet – Merz forderte eine erneute Überprüfung des Bedarfs dieser Option. Dies müsse im Dialog mit dem Koalitionspartner SPD geschehen, mit dem Ziel, die gesamtwirtschaftliche Leistung zu steigern.
Derweil hält die Krankenkasse AOK die Bedenken für unbegründet. Laut eigenen Angaben wird die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung kaum von Ärzten genutzt, weshalb sie keinen signifikanten Einfluss auf die Krankenstandszahlen habe. Vielmehr könnte die elektronische Krankmeldung zu einer genaueren Erfassung von Fehlzeiten beitragen, so Analysen der AOK.

