Japanische Zentralbank belässt Leitzins unverändert und hebt Inflationsprognosen an
Die Bank of Japan hat ihren anhaltend moderaten Kurs fortgesetzt und den Leitzins bei 0,5 Prozent belassen, was den Erwartungen der Ökonomen entspricht. In ihrer Mitteilung betonte die Zentralbank, dass diese Entscheidung einstimmig getroffen wurde.
Zudem zeigt sich am Devisenmarkt eine Reaktion: Der japanische Yen geriet nach den Ausführungen von Notenbankchef Kazuo Ueda unter Druck. Parallel zur unveränderten Zinsentscheidung wurde die Inflationsprognose für das laufende Jahr signifikant angehoben. Die Teuerungsrate wird nunmehr bei 2,7 Prozent gesehen, nachdem zuvor 2,2 Prozent prognostiziert worden waren.
Auch für die Jahre 2026 und 2027 hat die Bank of Japan ihre Erwartungen leicht angepasst. Ueda betonte auf der Pressekonferenz, dass trotz der gestiegenen Prognosen kein unmittelbares Risiko einer übermäßigen Inflation besteht, was die Erwartungen hinsichtlich größerer Zinserhöhungen dämpfte.
Analyst Volkmar Baur von der Commerzbank führt die Anpassungen der Inflationsprognosen vor allem auf unerwartete Preissteigerungen bei Lebensmitteln zurück. Er wies jedoch darauf hin, dass die Notenbank begrenzte Möglichkeiten habe, spezifisch gegen die gestiegenen Reispreise vorzugehen, da diese eher mit einer schwachen Ernte als mit geldpolitischen Maßnahmen zu tun haben.
Was das konjunkturelle Umfeld betrifft, so rechnet die Bank of Japan mit einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums. In ihrem Ausblick nennt sie 'Handels- und andere politische Maßnahmen' einzelner Länder als belastende Faktoren. Insbesondere wird die aggressive Zollpolitik der USA als wesentliche Herausforderung für die weltweite konjunkturelle Entwicklung angesehen.
Trotz des anfangs lethargischen Verhaltens des Yen gegenüber den geldpolitischen Entscheidungen fiel sein Wert nach Uedas Äußerungen deutlich. Der Kurs erreichte zwischenzeitlich 150 Yen pro US-Dollar und entspricht damit dem Niveau von Anfang April.

