Japan setzt auf milliardenschwere Stimuli zur Konjunkturbelebung
Die japanische Regierung hat unter der Führung der frisch ernannten Ministerpräsidentin Sanae Takaichi ein umfangreiches Maßnahmenpaket in Höhe von 21,3 Billionen Yen, etwa 117 Milliarden Euro, verabschiedet. Ziel ist es, der angeschlagenen Konjunktur durch gezielte finanzielle Impulse neuen Schwung zu verleihen. Ein Teil der Mittel wird in Form von Reisgutscheinen eingesetzt, um die privaten Haushalte angesichts gestiegener Lebenshaltungskosten zu unterstützen. Zusätzlich sind staatliche Zuschüsse für die Wintermonate geplant, um die Belastungen durch steigende Energiepreise abzufedern. Familien mit Kindern sollen zudem von Bargeldzuschüssen profitieren.
Ein weiterer Fokus liegt auf strategischen Investitionen in den Schiffbau und in den Bereich der Künstlichen Intelligenz, um zukünftiges Wachstumspotenzial zu erschließen. Auch die Landesverteidigung soll mit einem bedeutenden Budgetzuwachs gestärkt werden. Zur Finanzierung dieser Maßnahmen ist ein Nachtragshaushalt in Höhe von 17,7 Billionen Yen vorgesehen, der vor dem Ende der aktuellen Parlamentssitzung im Dezember verabschiedet werden soll. Dieses Finanzpaket soll helfen, die Wirtschaft der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt, die Japan hinter Deutschland einnimmt, für die kommenden Herausforderungen zu wappnen.
Angesichts der Ankündigung des Konjunkturpakets kam es allerdings an den Finanzmärkten zu einem weiteren Rückgang des Yen sowie der japanischen Staatsanleihen. Diese Entwicklung spiegelt die Bedenken der Marktteilnehmer wider, die eine Verschlechterung der ohnehin kritisch betrachteten Staatsfinanzen befürchten. Die Verschuldung Japans beläuft sich bereits auf das Doppelte des Bruttoinlandsprodukts, was bei einer Summe von umgerechnet 7,6 Billionen Euro ein ernstzunehmendes Risiko darstellt.

