IWH erwartet leichte Konjunkturbelebung – mit dem Blick auf KI-Risiken
Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) sieht optimistisch auf das kommende Jahr und prognostiziert für Deutschland eine moderate Erholung der Wirtschaft. Obgleich zum Jahresende noch Unsicherheiten über den Erholungskurs bestehen, begünstigen finanzpolitische Maßnahmen und steigende Realeinkommen eine positive Entwicklung. Das Institut schätzt das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts auf 1 Prozent ein. Im Gegensatz dazu zeigt sich das Ifo-Institut aus München zurückhaltender und reduzierte seine Vorhersage für 2026 auf 0,8 Prozent. Für das laufende Jahr berichtet das IWH von einem Anstieg um 0,2 Prozent, was eine Verbesserung im Vergleich zum Rückgang von 0,5 Prozent im Vorjahr bedeutet. Wesentliche Treiber der Konjunktur könnten verstärkte öffentliche Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung sein, so Oliver Holtemöller, Vize-Präsident des IWH. Auch eine leichte Zunahme der Exporte trägt zur Erholung bei, wobei die internationale Wirtschaft gegen Ende 2025 stabil bleibt. Besonders auffällig ist die anhaltende Stärke des Welthandels trotz der amerikanischen Zollpolitik. Die Forscher warnen jedoch vor potentiellen Risiken einer möglichen KI-Blase. Während die wirtschaftliche Nutzung von Künstlicher Intelligenz Chancen bietet, könnten intransparente Finanzierungswege der KI-Investitionen die Finanzmarktstabilität gefährden. In Ostdeutschland rechnet das IWH aufgrund demografischer Entwicklungen mit einem leicht geringeren Wachstum von 0,8 Prozent für 2026.

