Italien plant verstärkte Zusammenarbeit mit Afrika während des G7-Gipfels
Italien nutzt seinen Vorsitz in der Gruppe der sieben großen westlichen Industrienationen (G7), um die Beziehungen zu Afrika auf eine neue Grundlage zu stellen. Dies gab Ministerpräsidentin Giorgia Meloni am Montag bekannt, während des Auftakts eines Afrika-Gipfels in Rom. Sie betonte, dass die Schicksale Europas und Afrikas eng miteinander verbunden seien und dass eine "Zusammenarbeit auf Augenhöhe" notwendig sei, besonders in Anbetracht der kolonialen Vergangenheit. Azali Assoumani, der amtierende Präsident der Afrikanischen Union, äußerte seine Hoffnung auf umfangreiche Investitionen.
An dem Treffen nahmen nach offiziellen Angaben Staats- und Regierungschefs aus mehr als 20 afrikanischen Ländern teil, während andere afrikanische Staaten durch ihre Außenministerien vertreten wurden. Für die Europäische Union nahmen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel teil. Da Italien seit Beginn des Jahres den Vorsitz der G7 innehat und zu dieser Gruppe auch Deutschland gehört, versicherte Meloni, dass Afrika einen "Ehrenplatz" auf dem G7-Gipfel der Staats- und Regierungschefs Mitte Juni bekommen werde.
Von der Leyen betonte erneut die Notwendigkeit gemeinsamer Anstrengungen im Kampf gegen Schmugglerbanden, die Menschen unter großen Gefahren über das Mittelmeer nach Europa bringen. Sie erklärte: "Der beste Weg ist es, mit vereinten Kräften gegen die Kriminellen vorzugehen und parallel dazu legale Alternativen zu den tödlichen Schmuggelrouten zu schaffen." Im Mittelmeer kommt es auf dem Weg nach Europa, oft mit kaum seetüchtigen Booten, immer wieder zu Katastrophen.
Italien ist eines der EU-Länder, in denen besonders viele Migranten ankommen. Im vergangenen Jahr erreichten über Überfahrten über das Mittelmeer mehr als 160.000 Menschen aus Afrika das Land. Fratelli d'Italia (Brüder Italiens), die ultrarechte Partei, deren Vorsitzende Meloni ist, hatte im Wahlkampf versprochen, die Zahl der Neuankömmlinge zu senken. Seit ihrer Amtsübernahme im Oktober 2022 ist die Zahl jedoch deutlich angestiegen. Meloni plant nun verschiedene internationale Abkommen, um die Anzahl der Flüchtlinge und Migranten zu verringern. (eulerpool-AFX)

