Arthur Hayes analysiert Bitcoins Schicksal in vier möglichen Iran-Kriegsszenarien

Die kurzfristige Entwicklung von Bitcoin könnte weniger von der Geldpolitik der US-Notenbank abhängen als von den möglichen Szenarien des Konflikts im Nahen Osten. Dies geht aus einer Analyse von Arthur Hayes, Chief Investment Officer von Maelstrom, hervor. Der seit fast sieben Wochen andauernde Konflikt zwischen den USA und Iran hat laut Hayes ein so unsicheres Handelsumfeld geschaffen, dass sein Fonds im ersten Quartal kaum aktiv war.
Vier Szenarien, eine zentrale Frage
Im Mittelpunkt von Hayes' Analyse steht die Frage, was mit dem Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus passiert. Er hat vier mögliche Szenarien skizziert und eine nukleare Eskalation als "nicht investierbar" abgetan.
Das erste Szenario, "Zurück zur Normalität", ist weniger optimistisch, als es klingt. Der Krieg endet, der Schiffsverkehr wird wieder aufgenommen, aber der durch KI verursachte deflationäre Druck auf westliche Wissensarbeiter bleibt bestehen. Banken könnten mit einem schleichenden Solvenzproblem konfrontiert werden, da Entlassungen im weißen Kragenbereich zunehmen. Hayes illustriert dies mit einem Beispiel eines Krypto-Gaming-Unternehmers, der durch Automatisierung 50% seiner Belegschaft entlassen konnte. Bis die Fed die resultierenden Kreditausfälle angeht, könnte Bitcoin auf $80.000 bis $90.000 steigen, was jedoch keinen aggressiven Kauf rechtfertigt.
Im zweiten Szenario beschränkt Iran den Zugang zur Straße von Hormus und erhebt eine Maut. Dies könnte Länder dazu veranlassen, Dollar-Assets zu verkaufen, Gold zu kaufen und chinesische Yuan für Handelsabwicklungen zu erwerben. Diese Verschiebung könnte US-Anleihen und Aktien belasten, und Bitcoin könnte zunächst Schwierigkeiten haben, bevor es sich erholt, wenn Zentralbanken frische Liquidität bereitstellen.
Eine Variante dieses Szenarios trat in den Fokus, nachdem Trump am 12. April ankündigte, dass die US-Marine alle Schiffe blockieren würde, die die Straße passieren wollen. Hayes rät, sich weniger auf politische Rhetorik und mehr auf die Öl-Futures-Spreads zu konzentrieren, um reale Versorgungsunterbrechungen zu erkennen.
Im vierten Szenario, "Das Imperium schlägt zurück", zerstört das US-Militär Irans Fähigkeit, die Straße zu blockieren. Das Problem dabei ist, dass Iran gedroht hat, die gesamte Energieproduktion des Golfs mit in den Abgrund zu reißen. Dies würde Zentralbanken weltweit zwingen, Geld zu drucken, während die Wahrscheinlichkeit eines größeren Konflikts steigt.
Das Argument der Geldmenge
Ein roter Faden zieht sich durch alle vier Szenarien: Hayes ist der Ansicht, dass der Bitcoin-Preis durch die Menge des im Umlauf befindlichen Geldes bestimmt wird, nicht durch dessen Kosten. Selbst wenn Zentralbanken die Zinsen erhöhen, um die Inflation bei Lebensmitteln und Energie zu bekämpfen, werden Regierungen massiv für Verteidigung und Rohstoffvorräte leihen müssen. Wenn private Käufer diese Schulden nicht absorbieren, werden es die Zentral- und Geschäftsbanken tun, was die Geldmenge dennoch erhöht. Das schadet cashflow-abhängigen Vermögenswerten, während es Bitcoin und Gold hilft.
Zum Zeitpunkt der Analyse notierte Bitcoin bei etwa $75.000, was einem Anstieg von etwa 5% in den letzten sieben Tagen entspricht und damit den breiteren Kryptomarkt, der um etwa 4% zulegte, übertrifft.

