Israels Umgang mit festgenommenen Palästinensern sorgt für Kritik des UN-Menschenrechtsbüros
Das UN-Menschenrechtsbüro hat sich besorgt über den Umgang Israels mit festgenommenen Palästinensern geäußert. In einem Bericht des Büros wurde festgestellt, dass Männer nach einer mehrwöchigen Inhaftierung teilweise nur mit Windeln bekleidet freigelassen wurden. Ajith Sunghay, Vertreter des Büros, berichtete von Schlägen, Erniedrigungen und Misshandlungen, die als mögliche Folterhandlungen einzustufen seien. 'Als ich sie gesehen habe, waren sie schockiert und verstört', sagte Sunghay. Bei einer Pressekonferenz am Freitag sprach Sunghay über eine Videoverbindung aus dem Gazastreifen mit Reportern in Genf. Er erklärte, dass die genaue Anzahl der festgenommenen Palästinenser unklar sei, schätze aber, dass Tausende von ihnen von Israel in Haft gehalten wurden oder werden. Auf eine Anfrage hin teilte die israelische Armee lediglich mit, dass sie die Angelegenheit prüfe. Ein ehemaliger Gefangener berichtete Sunghay, dass er während seiner 55-tägigen Haft nur einmal geduscht habe dürfen. Alle Gefangenen hätten berichtet, dass ihnen die Augen verbunden worden seien, teilweise für mehrere Tage. Viele gaben an, nach Israel gebracht worden zu sein, ohne Kontakt zu ihren Familien oder Anwälten zu haben. Nach Ansicht von Sunghay hat Israel die Verpflichtung, die Männer respektvoll zu behandeln. Die Männer sollten entweder angeklagt oder freigelassen werden. 'Alle Fälle von Misshandlung oder Folter von Festgenommenen oder Inhaftierten müssen vollständig und transparent untersucht werden', betonte Sunghay. 'Wenn sich herausstellt, dass solche Handlungen stattgefunden haben, müssen Maßnahmen ergriffen werden, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und Wiederholungen zu verhindern. Die Opfer und ihre Familien haben ein Recht auf Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung.' Sunghay wies außerdem auf die schwierige Lage von über einer Million Palästinensern hin, die seit Wochen Bombenangriffen und Raketenbeschuss ausgesetzt seien. Er erinnerte auch an die mehr als 100 Geiseln, die Terroristen am 7. Oktober aus Israel entführt hatten, und die nun ähnliches erlebten wie die Palästinenser. (eulerpool-AFX)

