Israels Marine stoppt Hilfsflotte: Aktivistin Greta Thunberg sicher
Die israelischen Seestreitkräfte haben einen beeindruckenden Militäreinsatz im Mittelmeer durchgeführt, bei dem sie die 'Global Sumud Flotilla' mit Hilfsgütern für den Gazastreifen stoppten. Dies verkündete die zuständige Trägerorganisation der Flottille über ihren Telegram-Kanal. Laut dem israelischen Außenministerium wurden einige Schiffe, auf denen zahlreiche Aktivisten reisten, erfolgreich angehalten und ihre Passagiere sicher in einen israelischen Hafen gebracht. Unter den Aktivisten befand sich auch die schwedische Klimaschützerin Greta Thunberg, die laut Mitteilung des Außenministeriums wohlauf ist.
Das französische Außenministerium forderte von Israel die Sicherstellung des Schutzes der Aktivisten sowie das Recht auf konsularische Unterstützung. Insgesamt konnten 13 der über 40 Boote abgefangen werden, rund 30 weitere setzten die Fahrt fort, um gegen die Belagerung des Gazastreifens zu protestieren, wie ein Sprecher der Organisation verkündete. Währenddessen verurteilt die türkische Regierung den Militäreinsatz scharf.
Sie bezeichnete den Vorfall als Akt des Terrors, der internationale Gesetze breche und Zivilisten in Gefahr bringe. Aktivisten berichteten auf Instagram, dass die ersten Schiffe von Soldaten geentert wurden und ein Schiff gerammt sowie weitere mit Wasserwerfern beschossen worden seien. Verletzte gab es dabei nicht.
In Italien löste der Zwischenfall Proteste aus, bei denen sich Demonstranten in Rom versammelten. Aus Solidarität plant die größte Gewerkschaft des Landes einen Generalstreik. Auch in Berlin protestierten rund 300 Menschen gegen die Aktion, wobei einige Demonstranten gegen die Polizei randalierten, was zu mehreren Festnahmen führte.
Die Flottille war von Barcelona aus aufgebrochen und näherte sich bis auf 70 bis 80 Seemeilen dem Gazastreifen, als der Stopp erfolgte. Ziel der Aktivisten war es, Hilfslieferungen für die von Abriegelungen betroffene Bevölkerung im Gazastreifen zu überbringen und gegen das militärische Vorgehen Israels zu protestieren.
Israels Außenministerium unterstrich, dass die Flottille auf Provokation aus sei, nicht auf Hilfe. Sie wurden aufgefordert, ihre Waren in anderen Häfen abzuladen, von wo aus sie weitertransportiert werden könnten. Die Flottille lehnte ab. Sprecher Thiago Ávila rechtfertigte die Entscheidung, keine Hilfe über den 'Besatzer' laufen zu lassen, da die Palästinenser das Recht hätten, ihre Grenzen selbst zu kontrollieren.

