Israel von den USA vor "deutlicher Eskalation" im Libanon gewarnt
Die USA haben Israel vor einer möglichen "deutlichen Eskalation" im Nachbarland Libanon gewarnt. Laut einem Bericht der "Washington Post" fanden persönliche Gespräche zwischen US-Regierungsvertretern und Israel statt, in denen vor den Gefechten zwischen der Hisbollah-Miliz und der israelischen Armee im Grenzgebiet gewarnt wurde. Dabei beruft sich die Zeitung auf mehrere mit dem Thema vertraute Quellen.
Der militärische Nachrichtendienst DIA schätzt laut nicht namentlich genannten Personen gegenüber der Zeitung ein, dass eine weitere Front neben dem Gaza-Krieg gegen die islamistische Hamas die Erfolgsaussichten Israels erschweren würde.
Die Regierungsbeamten sind laut dem Bericht hoch besorgt über eine mögliche Eskalation zwischen Israel und dem Libanon, da diese blutiger sein könnte als der letzte Krieg von 2006. Seitdem hat die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz ihr Waffenarsenal deutlich aufgestockt. Experten zufolge könnten im Libanon 300.000 bis 500.000 Menschen getötet werden, was zu einer massiven Evakuierung des gesamten nördlichen Israels führen würde.
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und sein Kriegskabinett drängen auf eine Lösung für die angespannte Situation an der Grenze. Zwar bevorzugt Israel eine diplomatische Einigung, droht jedoch auch mit einer militärischen Option. Benny Gantz, Mitglied des Kriegskabinetts, betont auf der Plattform X (ehemals Twitter), dass Israel an einer diplomatischen Lösung interessiert sei, jedoch die Bedrohung beseitigen werde, falls keine Lösung gefunden werden könne.
Armeesprecher Daniel Hagari richtete eine Botschaft an die Hisbollah und betonte, dass das diplomatische Zeitfenster möglicherweise klein sei, jedoch denjenigen offenstehe, die eine unnötige Eskalation verhindern wollen. Frieden sei das Ziel für alle Menschen in der Region, jedoch muss Israel sicherstellen, dass sich das Massaker vom 7. Oktober nicht an einer seiner Grenzen wiederhole. Wenn nötig, werde das Land sein Volk verteidigen, notfalls auch mit Gewalt.
Die Hisbollah entstand 1982 als Reaktion auf die israelische Invasion im Libanon. Sie hat einen erheblichen Einfluss im krisengebeutelten Libanon und stützt sich nicht nur auf Unterstützung aus dem Iran, sondern auch auf ihre eigene Miliz. Mit Beginn des Gaza-Kriegs wächst die Sorge, dass der Konflikt zu einem regionalen Flächenbrand eskalieren könnte.
Israelische Medien zufolge fordert das Land, dass die Hisbollah-Miliz ihre Kämpfer vollständig aus dem Grenzgebiet abzieht. Die Hisbollah wird als schlagkräftiger angesehen als die mit ihr verbündete Hamas, die Israel im Gazastreifen bekämpft. (eulerpool-AFX)

