Israel setzt auf humanitäre Neuausrichtung im Gazastreifen
Israel hat angekündigt, die Einsätze der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) im Gazastreifen zu beenden. Hintergrund ist ein neues Registrierungsverfahren, dem zufolge MSF keine Listen ihrer palästinensischen Mitarbeitenden vorgelegt hat. Die israelischen Behörden fordern nun den Abzug der Organisation bis Ende Februar.
Das Registrierungsverfahren zielt darauf ab, Humanitäreinsätze zu regulieren und Missbrauch für feindliche Aktivitäten zu verhindern. Dieses Vorgehen betrifft alle humanitären Organisationen in der Region und wurde von mehreren Entzügen der Lizenzen an Hilfsorganisationen begleitet. Kritiker werfen Israel vor, die Auflagen seien unklar und förderten willkürliche Entscheidungen. Die geforderten Mitarbeiterlisten und mögliche Entlassungen ohne Begründung verstoßen laut Kritikern gegen humanitäre Prinzipien.
MSF wiederum verweigert die Herausgabe der Mitarbeitendenlisten aus Sicherheitsbedenken. Die Organisation betont, dass ihre Arbeit im Gazastreifen unverzichtbar bleibt, insbesondere angesichts der anhaltenden humanitären Krise. Der Zugang zu medizinischer Versorgung ist selbst nach der seit Monaten bestehenden Waffenruhe weiterhin stark eingeschränkt.
Das israelische Diaspora-Ministerium, vertreten durch Minister Amichai Chikli, äußert ernste Beschuldigungen gegen MSF. Die Organisation wird verdächtigt, Verbindungen zu Personen mit terroristischen Aktivitäten zu haben – Vorwürfe, die von MSF zurückgewiesen werden. Trotz wiederholter Versuche, mit den israelischen Behörden in einen Dialog zu treten, sieht sich MSF mit Vorhaltungen konfrontiert, ohne dass ihre Sicherheitsbedenken adressiert werden.
Inmitten dieser Spannungen warnt MSF vor schweren Auswirkungen auf die humanitäre Lage im Gazastreifen, sollte der Abzug der Organisation tatsächlich umgesetzt werden. Israel signalisiert derweil, alternative Lösungen für die medizinische Versorgung der Bevölkerung im Gazastreifen vorzubereiten, um eine Kontinuität der humanitären Hilfe sicherzustellen.

