Iranische Friedensnobelpreisträgerin: Regime steht am Scheideweg
Die aus dem Iran stammende Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi sieht das Ende der Islamischen Republik nahen. Laut Ebadi wird ein Regimewechsel durch das iranische Volk ausgelöst werden müssen, nicht durch äußere Einflüsse. Auch wenn sie keinen genauen Zeitpunkt vorhersagen kann, betont sie im Gespräch mit dem französischen Radiosender rfi, dass nur massive Proteste von Millionen Iranern, wie bei der Bewegung 'Frau, Leben, Freiheit', das Regime stürzen könnten.
Ebadi erklärt weiter, dass das Regime diese Form von Protestbewegungen fürchte und deshalb repressiver als je zuvor agiere. Sie ist davon überzeugt, dass äußere Mächte wie Israel und die USA keinen erfolgreichen Einfluss auf einen Regimewechsel nehmen können und warnt vor militärischen Mitteln.
Die Unzufriedenheit innerhalb der iranischen Zivilgesellschaft ist laut Ebadi tief verwurzelt. Menschenrechtsverletzungen und zunehmende Zensur nähren die Bereitschaft der Bevölkerung, auf den richtigen Moment für einen Aufstand zu warten. Ebenso wirft Ebadi die Frage auf, wie sich die Zivilgesellschaft angesichts der repressiven Regierung und der Bedrohung durch ausländische Angriffe behaupten soll.
Abschließend fordert Ebadi nach einem möglichen Kriegsende mit Israel ein Referendum, damit die iranische Bevölkerung über ihre zukünftige Regierungsform abstimmen kann. Ohne die Etablierung einer Demokratie würde das gegenwärtige Regime lediglich seinen Kurs der Unterdrückung fortsetzen. Seit ihrer Auszeichnung im Jahr 2003 für ihr Engagement für Demokratie und Menschenrechte lebt Ebadi im Exil in Großbritannien.

