Iran und IAEA: Neue Gespräche über Nuklearprogramm geplant
Im festgefahrenen Streit um das iranische Nuklearprogramm setzt der Iran auf neue Dialogbereitschaft und plant hochrangige Diskussionen mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA. Außenminister Abbas Araghtschi kündigte für kommenden Montag in Genf eine umfassende technische Debatte mit IAEA-Chef Rafael Grossi an. Diese Ankündigung machte er kürzlich über die Plattform X und ergänzte, dass er von spezialisierten Atomexperten seines Landes begleitet werde.
Araghtschis Reise in die Schweiz erfolgte im Vorfeld einer weiteren Gesprächsrunde mit den Vereinigten Staaten. Schon im Februar dieses Jahres hatten USA und Iran einen Dialog im Golfstaat Oman gestartet, der auf Drohungen von Seiten des damaligen US-Präsidenten Donald Trump zurückzuführen war. Oman agiert auch in Genf wieder als Vermittler, vertreten durch den omanischen Außenminister Badr al-Bussaidi, einem Akteur, der von beiden Seiten für seine Neutralität geschätzt wird.
Die Beziehungen zwischen dem Iran und der IAEA hatten im vergangenen Jahr stark gelitten, insbesondere nach kriegerischen Auseinandersetzungen mit Israel, bei denen auch die USA involviert waren. Zentrale iranische Nuklearanlagen, darunter Urananreicherungsanlagen, wurden in dieser Zeit bombardiert. Präsident Trump verkündete damals, dass diese vollständig "zerstört" worden seien.
Jedoch bleibt unklar, was aus rund 400 Kilogramm hoch angereichertem Uran geworden ist. Infolge dieser Ereignisse schränkte der Iran den Zutritt der Atominspektoren ein. Erst im September 2025 gelang es Teheran, sich mit der IAEA über die Wiederaufnahme von Kontrollen zu einigen, wobei der Umfang dieser Maßnahmen aktuell unklar bleibt.
Auch Rafael Grossi, der Chef der IAEA, geriet unter Druck, indem er von iranischen Hardlinern als angeblicher israelischer Spion angeprangert und von einer ultrakonservativen Zeitung gar mit der Todesstrafe bedroht wurde. Einige Regierungsvertreter werfen ihm vor, sich nicht ausreichend kritisch zur Bombardierung iranischer Nuklearanlagen geäußert zu haben.

