Iran signalisiert neuen diplomatischen Kurs inmitten militärischer Spannungen
Die iranische Führung zeigt sich inmitten anhaltender Spannungen mit dem Westen offen für diplomatische Lösungen. Mohammed-Dschafar Ghaempanah, Leiter des iranischen Präsidialbüros, unterstrich in einem Artikel der staatlichen Zeitung "Iran" die Bedeutung von Diplomatie als Ergänzung zu militärischen Maßnahmen. Er betonte, dass dies der offizielle Kurs von Präsident Massud Peseschkian sei.
Nach einem jüngst in Kraft getretenen Waffenstillstand zwischen Israel und dem Iran hatten iranische Offizielle noch jegliche Verhandlungen mit westlichen Staaten abgelehnt, vor allem aufgrund von Vertrauensbrüchen. Ein Angriff Israels auf iranisches Territorium kurz vor Gesprächen mit den USA hatte zu dieser ablehnenden Haltung geführt. Ghaempanah warnte zudem vor internen Spannungen, indem er Diplomaten und Streitkräfte als gleichermaßen wichtige Verteidiger der nationalen Interessen Irans beschrieb.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi deutete ebenfalls auf einen diplomatischen Wandel hin. Die Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA soll fortgesetzt werden, wenn auch in veränderter Form, wobei iranische Interessen im Fokus stehen. Ein Parlamentsmitglied aus dem Lager der Ultranationalisten unterstützte diese neue Richtung und hob die Verhandlung als wertvolle Tätigkeit selbst in Kriegszeiten hervor.
Der diplomatische Dialog zwischen den USA und Iran war bereits vor den jüngsten Konflikten ins Stocken geraten. Washingtons Forderung nach dem vollständigen Verzicht Irans auf Urananreicherung bleibt ein wesentlicher Streitpunkt, der künftige Gespräche erschweren dürfte. Eine Intensivierung des Drucks vonseiten der USA scheint bei einer Wiederaufnahme der Verhandlungen wahrscheinlich.

