Investorenschreck: Amazons Milliardenschwere KI-Investitionen rütteln den Markt auf
Die massiven Investitionspläne von Amazon in den Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) haben die Anleger am Freitag in Panik versetzt. Im vorbörslichen US-Handel stürzten die Aktien des Handelsriesen um mehr als sieben Prozent ab, zeitweise drohte gar ein zweistelliger Kurseinbruch. Währenddessen zeigten sich die Papiere von Alphabet, der Muttergesellschaft von Google, leicht rückläufig und die Aktien des Facebook-Konzerns Meta verharrten nahezu unbewegt. Auch diese Technologiegiganten haben zuletzt den Einsatz erheblicher Summen für KI angekündigt.
Amazon plant in diesem Jahr außergewöhnliche 200 Milliarden US-Dollar in KI, Chips, Robotik und Satelliten zu investieren und übertrifft damit sogar seine ausgabefreudigen Konkurrenten. Alphabet und Meta haben ebenfalls waghalsige Investitionsvorhaben mit bis zu 185 Milliarden Dollar bzw. 135 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Software-Riese Microsoft hatte allein im letzten Geschäftsquartal Investitionen von 37,5 Milliarden Dollar berichtet. Die zentrale Frage für Investoren bleibt jedoch, ob sich diese enormen Gelder jemals amortisieren werden.
Amazon-CEO Andy Jassy setzt vorwiegend auf den Ausbau von KI-Infrastrukturen und sieht darin eine langfristig profitable Strategie. Doch Investoren drängen auf schnellere Ergebnisse, was die gegenwärtigen Sorgen am Markt verschärft. Branchenexperten wie Brent Thill von Jefferies betonen die Notwendigkeit von Vertrauensbildung seitens Amazon, das im boomenden Bereich von Cloud-Computing und Rechenleistung tätig ist.
Der Markt zeigt sich gespalten: Während Analysten wie Stephen Innes von SPI Asset Management die aktuelle Panik als Umkehrung des Booms von 2021 betrachten, fordern andere eine umfassende Einschätzung darüber, wann sich die Investitionen rentieren werden. Srini Pajjuri von RBC hebt hervor, dass die Investitionsausgaben der großen Technologiekonzerne im aktuellen Jahr um rund 60 Prozent steigen könnten, wohingegen der Markt lediglich mit einer 40-prozentigen Zunahme gerechnet hatte.
Bemerkenswert ist, dass die Amazon-Aktie seit Jahresbeginn mehr als zehn Prozent im Minus liegt, weit entfernt vom November-Rekordhoch bei 258,60 Dollar. Auch Alphabet spürt den Druck, nachdem KI-Bedenken aufgetaucht sind. Meta erlebte nur kurzzeitig Euphorie bezüglich ihrer Investitionen, während Microsoft bereits seit einiger Zeit schwächelnde Tendenzen zeigt. Die jüngst veröffentlichten Quartalszahlen von Amazon, die ein beschleunigtes Wachstum der AWS-Cloud-Sparte loben, fanden angesichts der Investitionsstrategien kaum Beachtung.

