Investment an der Börse: Hohe Chancen oder reines Zocken?

04. Mai 2022, 09:18 Uhr · Quelle: klamm.de
Investment an der Börse: Hohe Chancen oder reines Zocken?
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Noch immer wird die Börse häufig von vielen Menschen mit einem Spielcasino verglichen. Oft wird behauptet, dass das Glück an der Börse mit dem an den Slots zu vergleichen ist. Grundsätzlich kann man hier sicher sagen, dass zumindest ein Fünkchen Wahrheit in dieser Annahme steckt. Letztlich wird hier Geld eingesetzt, um es zu vermehren. Beim Einsatz des Geldes sowohl an der Börse als auch beim Roulette verhält es sich recht ähnlich, denn bei beiden Einsätzen gibt es letztlich keine Garantie, ob sich das investierte Geld am Ende auch wirklich vermehrt. Dennoch gibt es klare Unterschiede zwischen der Börse und dem Glücksspiel, allen voran das Risiko.

Während die Chancen, einen Gewinn beim Black Jack oder am Spielautomaten zu realisieren, eher schlecht stehen, sind die Aussichten auf eine gute Rendite bei einer langfristigen Investition an der Börse sehr viel besser. Auch die Gefahr, das investierte Geld an der Börse zu verlieren, ist deutlich geringer als das beim Glücksspiel der Fall ist.

Riskante und weniger riskante Investments an der Börse

In erster Linie entscheidet hier die gewählte Anlageform um Risiko, Gewinn und Verlust. Zu den Anlageformen, die in der Tat ein recht hohes Risiko bergen, zählen beispielsweise Futures, Optionen und CFDs. Diese Investments sind hochspekulativ. Bei CFDs werden die Kursbewegungen an der Börse gehebelt. Ähnlich wie es bei Wetten der Fall ist, setzt man hier entweder auf fallende oder steigende Kurse der Aktien oder anderer Wertpapiere. Wer hier richtig liegt, der darf sich über hohe Gewinne freuen, andernfalls besteht aber das Risiko, nicht nur das investierte Geld zu verlieren, sondern noch weit mehr. Anders verhält sich das Risiko-Gewinnverhältnis bei der Investition in klassische Börsenprodukte wie in angesehene Aktien, breit gestreute Fonds oder ETFs.

Deutliche Unterschiede zwischen dem Glücksspiel und der Börse

Während es eine eindeutige Tatsache ist, dass Glücksspiel süchtig machen und zu einer psychischen Krankheit führen kann, sind derartige Probleme bei Geldanlagen an der Börse keineswegs bekannt. Während es beim Glücksspiel vorrangig um den Spaß und den Nervenkitzel geht, geht es bei der Investition an der Börse darum, Vermögen aufzubauen und ein bestimmtes Sparziel zu verfolgen. Wohl kaum wird ein Spieler im Casino sein Spiel betreiben, um seine Rente aufzubessern. Die Investition an der Börse hingegen verfolgt das Ziel, ein ständig wachsendes Vermögen aufzubauen.

Auch wenn die Gemeinsamkeit beim Spiel als auch beim Investieren darin liegt, dass man immer versucht, das Risiko zu minimieren und zur gleichen Zeit die Gewinne zu maximieren, gibt es hier einen gewaltigen Unterschied. Denn im Casino verfügt das Haus, also der Betreiber, klar über einen deutlichen Vorteil. Beispielsweise sind die Gewinnchancen beim Roulette beim Setzen auf Schwarz, nicht etwa 50:50, sondern sie liegt bei 48,6 Prozent. Gerade bei längerer Spielzeit wird dieser Nachteil sehr gewichtig. Dieser Nachteil ist aber an der Börse nicht existent, hier fallen lediglich Gebühren an.

Die zeitliche Unabhängigkeit an der Börse ist ein weiterer deutlicher Unterschied, denn hier gibt es kein “Rien ne va plus” wie beim Glücksspiel. Die Investition in eine Aktie oder einen Fonds ist zeitlich absolut flexibel. Sobald beim Glücksspiel die Würfel gefallen sind, steht das Ergebnis unwiderruflich fest. Entweder hat man gewonnen oder verloren. Anders verhält es sich aber bei Investitionen an der Börse, denn hier kann es immer wieder zu deutlichen Änderungen kommen. Hinzu kommt, dass längerfristige Investitionen belohnt werden. Das geschieht zum Beispiel in Form von Ausschüttungen und Dividenden.

Die unterschiedliche Transparenz in Sachen Informationen

Sowohl in der Welt des Glücksspiels als auch bei der Geldanlage sind Informationen sehr wertvoll. Gerade erfahrene Spieler werfen gern einen Blick in die Vergangenheit und versuchen, die Wahrscheinlichkeiten zu interpretieren. Auch die Anleger sammeln natürlich Informationen, um ihre Chancen auf Gewinne zu optimieren. Gerade hier aber zeigen sich gravierende Unterschiede, denn für die Öffentlichkeit sind Aktien- und Unternehmensinformationen leicht zugänglich. Doch niemandem stehen die Informationen der letzten Stunden oder Tage über die Vorgänge an einem speziellen Roulette-Tisch zur Verfügung.

Zusammenfassend wird hier vollkommen klar, dass es zwar einige Gemeinsamkeiten zwischen dem Glücksspiel und der Börse gibt, doch gleichzeitig gibt es hier gewaltige Unterschiede. Beim Glücksspiel handelt es sich um Unterhaltung, hier vermehrt sich das Geld in aller Regel nicht, sondern eher das Gegenteil ist der Fall.

Damit die Börse nicht zum Glücksspiel wird

Wer einfach in die Welt der Börse eintaucht, ohne sich zuvor entsprechend in den Finanznews informiert zu haben, der läuft dennoch Gefahr, dass auch die Börse zu einem reinen Glücksspiel wird.

Daher gibt es einige sehr wichtige Grundregeln, an die es sich zu halten gilt. Es dreht sich alles darum, das Risiko zu minimieren. Das gelingt schon allein dadurch, dass man sich von vornherein klarmachen muss, dass Emotionen an der Börse einfach nichts zu suchen haben. Wer in Aktien investiert, sollte daher so etwas wie Bauchgefühl gar nicht erst ins Spiel bringen. Hier geht es darum, mit einer klaren Strategie das Börsenparkett zu betreten. Hier ist nämlich der erfolgreich, der mit einer persönlich abgestimmten Strategie handelt. Wichtig ist hier vor allem, dass die eigene Strategie klar definiert ist.

Natürlich gibt es die Möglichkeit, sich für unterschiedliche Strategien zu entscheiden. Es könnte zum Beispiel die Frage aufkommen, ob man sich ausschließlich für die Investition in ETFs entscheidet, oder welche Kriterien überhaupt für den Aktienkauf erheblich sind.

Letztlich spielt es keine Rolle, wie am Ende die persönliche Strategie aussieht, doch sobald diese festgelegt ist, werden künftige Investitionsentscheidungen deutlich leichter fallen. Jeder Anleger, der für sich eine Strategie festgelegt hat, kommt gar nicht mehr in die Situation, zu hinterfragen, ob seine Entscheidungen nun richtig oder falsch sind. Gleichzeitig ist der Anleger dank einer festgelegten Strategie davor gefeit, emotionale Fehlentscheidungen zu treffen. Das ist ein ganz besonders wichtiger Vorteil, wenn man eine Strategie festgelegt hat und diese dann auch wirklich verfolgt.

Die Streuung der Aktien

Sicher kommt und kam es in der Vergangenheit schon immer mal vor, dass Anleger mit der Investition in nur eine Aktie erfolgreich waren und sind, doch hierbei geht man immer ein hohes Risiko ein. Sollte das Unternehmen, in dessen Aktien man investiert hat, aus irgendwelchen Gründen in Schieflage geraten, so ist der Anleger gleichzeitig in vollem Umfang von diesen Verlusten betroffen. Daher ist es immer wichtig, in breit gestreute Aktien zu investieren, um das Verlustrisiko von vornherein zu minimieren.

Finanzen / Aktien
04.05.2022 · 09:18 Uhr
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