Internationale Anleger treiben US-Aktienmarkt an, trotz geopolitischer Spannungen
Entgegen aller Erwartungen haben ausländische Investoren ihr Engagement im US-Aktienmarkt gesteigert und dabei Rekordmarken erreicht. Laut Daten des Federal Reserve Board stiegen ausländische Käufe von US-Aktien im zweiten Quartal auf ein Rekordniveau. Diese Entwicklung erfolfte trotz eines allgemein negativen internationalen Sentiments gegenüber den USA, das durch den Handelskrieg und geopolitische Spannungen ausgelöst wurde. Die Verlockung des amerikanischen Aktienmarkts steht im starken Kontrast zu einem sinkenden Interesse an US-Waren und Reisen in die USA.
Der Aufstieg der Technologiekonzerne rund um Künstliche Intelligenz spielt hierbei eine maßgebliche Rolle. Unternehmen wie Nvidia, Microsoft und Alphabet profitierten von einem verstärkten Aktieninteresse, was ihre Kurse in die Höhe trieb. Währenddessen haben ausländische Akteure die US-Aktienmärkte aufgekauft und somit den Dollar abgeschwächt, möglicherweise als Maßnahme zur Absicherung gegen eine Überbelichtung in den USA.
Rob Anderson von Ned Davis Research erklärte, dass, obwohl viele ausländische Konsumenten aufgrund der Zölle US-Produkte boykottierten, US-Aktien weiterhin stark nachgefragt würden. Kanadische Investoren sind ein Beispiel dafür, dass US-Wertpapiere bevorzugt werden, während auf Sachgüter verzichtet wird. Allein im zweiten Quartal flossen 290,7 Milliarden Dollar aus dem Ausland in den US-Aktienmarkt. Laut Treasury International Capital-Daten könnten ausländische Bestände bis Jahresende um 2,8 Billionen Dollar steigen, berichtete Elyas Galou von Bank of America. Ausländische Eigner halten derzeit etwa 18 Billionen Dollar in US-Aktien, was 30% des gesamten Marktes ausmacht.
Selbst bei solidem Ertrag im Jahr 2025 hat der S&P 500 im Vergleich zu anderen globalen Märkten hinterhergehinkt. Der MSCI Weltindex verbuchte einen Zuwachs von 15% und übertraf somit den S&P 500 zum ersten Mal seit 2017.
Diese Dynamik überrascht sogar Experten wie Sam Stovall von CFRA, die sich über den anhaltenden Kauf von US-Aktien durch Ausländer wundern. Brian Jacobsen von Annex Wealth Management macht darauf aufmerksam, dass viele ausländische Investoren die US-Märkte mit einer pragmatischen Einstellung betrachten. Ihre Kritik richte sich gegen die US-Regierung, nicht gegen die Unternehmen selbst.

