Interessentenwerben um Galeria Karstadt Kaufhof: Verhandlungen in heißer Phase
Die Zukunft der traditionsreichen Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof könnte sich bald entscheiden: Vier verbindliche Offerten liegen auf dem Tisch, wie aus dem Umfeld des vorläufigen Insolvenzverwalters Stefan Denkhaus verlautet. Das aktuelle Ringen um die Übernahme nimmt Fahrt auf, denn von den eingegangenen Vorschlägen sollen mit zwei Bietergruppen finale Gespräche geführt werden. Dies markiert einen Hoffnungsschimmer für das angeschlagene Unternehmen, das seit Anfang Januar dieses Jahres offiziell als insolvent gelistet und bereits zum dritten Mal in gut drei Jahren in finanziellen Turbulenzen ist.
Die Interessenbekundungen für das Kaufhausunternehmen, welches in 2020 noch durch ein vorheriges Insolvenzverfahren die Hälfte seiner Filialen einbüßte, waren bis zum vergangenen Wochenende einzureichen. Im Kontext der gravierenden Beschäftigungs- und Standortfragen – mit momentan über 90 Filialen und mehr als 15.000 Angestellten – bleibt die genaue Zukunft der Kette und ihrer Mitarbeiter weiterhin in der Schwebe.
Denkhaus, welcher bis Ende März ein Gutachten vorlegen muss, dass die Grundlagen des Insolvenzantrags bekräftigt, setzt sich den Verkaufsabschluss für April als Ziel. Mit der formellen Eröffnung des Insolvenzverfahrens, abhängig von den Ergebnissen des Gutachtens, würden dann auch die Gläubiger ihre Forderungen anmelden dürfen.
Das Management rund um Galeria-Chef Olivier van Bossche und Denkhaus kämpft indes um den Erhalt des Warenhausgiganten in Gänze. Laut ihren Aussagen arbeiten rund 60 der aktuellen Filialen profitabel. Allerdings dürfte bei einer Übernahme und fortschreitenden Sanierung die Frage nach dem Fortbestand der Standorte und der Sicherheit der Arbeitsplätze der Beschäftigten kritisch bleiben. (eulerpool-AFX)

