Intel zieht sich zurück: Keine Chipfabrik in Magdeburg
Die Ankündigung des Technologiegiganten Intel, den Bau einer neuen Chipfabrik in Magdeburg zu canceln, stellt sich für einige Experten als ein rechtzeitiger Rückzug heraus. Angesichts der geplanten staatlichen Fördermittel in Höhe von fast zehn Milliarden Euro zeigt sich Irene Bertscheck, Wirtschaftsanalystin vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim, erleichtert.
Ihr zufolge sei der Ausstieg besser, bevor die erheblichen Summen staatlicher Unterstützung tatsächlich geflossen wären. Sie betont dabei, dass Intel momentan mit Herausforderungen in der Wettbewerbsfähigkeit zu kämpfen hat und einer internen Umstrukturierung bedarf.
Diese von der vorherigen Bundesregierung bestehend aus SPD, Grünen und FDP zugesagte immense Fördersumme hatte von Anfang an für Kontroversen gesorgt. Bertscheck mahnt zur Vorsicht bei der finanziellen Unterstützung von Unternehmensansiedlungen mit Steuergeldern: Der Erfolg derartige Projekte muss langfristig gesichert sein, um zu vermeiden, dass Subventionen ins Leere laufen, falls das geförderte Unternehmen scheitert oder seine Standorte verlagert.
Die endgültige Absage Intels verschärft die Diskussion über staatliche Förderungen, insbesondere nachdem der Batteriehersteller Northvolt jüngst Insolvenz anmeldete. Northvolt hatte zuvor beträchtliche Mittel der KfW-Bank für ein Werk in Schleswig-Holstein erhalten und stand hinterher vor finanziellen Herausforderungen.

