Intel und die Herausforderung der Profitabilität: Neue Partnerschaften bieten Perspektiven, aber keine sofortigen Lösungen
Die Aktien von Intel haben in letzter Zeit einen Höhenflug erlebt, nachdem das Unternehmen namhafte Unterstützer gewinnen konnte. Besonders die neue Partnerschaft mit Nvidia sorgte für einen Anstieg des Aktienwerts um 48 % in diesem Jahr, was mehr als 50 Milliarden Dollar an Marktwert hinzugefügt hat. Diese Zusammenarbeit, die Intel durch einen Aktienverkauf 5 Milliarden Dollar einbringt, wird von zusätzlichen Investitionen wie 2 Milliarden Dollar von SoftBank und einem beschleunigten US-Amerikanischen Zahlungsplan in Höhe von 8,9 Milliarden Dollar begleitet.
Ein wesentlicher Punkt bleibt jedoch ungelöst: Die Herausforderung, einen Großkunden zu finden, der Intels kostenintensive Chip-Fabriken nahezu vollständig auslastet. Intel’s Foundry-Bereich hat in den letzten zwölf Monaten zwar fast ein Drittel des Gesamtumsatzes generiert, kämpft jedoch mit Verlusten. Trotz eines Umsatzes von fast 18 Milliarden Dollar in den letzten vier Quartalen hat die Sparte mehr als 13 Milliarden Dollar Verlust eingefahren.
Expertenprognosen für die kommenden Jahre zeigen kaum Anpassungen. Für 2025 erwarten Analysten ein bereinigtes Nettoeinkommen von 640 Millionen Dollar bei einem Umsatz von 52 Milliarden Dollar, gefolgt von 3,2 Milliarden Dollar Gewinn bei 54 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr 2026. Ohne eine deutliche Verbesserung der Perspektiven droht Intels Bewertung weiter zunehmend überbewertet zu werden.
Die Unsicherheiten gehen weiter: Sollten die Aktienpreise oder tatsächlichen Gewinne von den Schätzungen abweichen, könnten Intels Bewertungen substanziellen Schwankungen ausgesetzt sein. Beispielsweise könnte eine Kurssteigerung der Aktie auf 50 Dollar den Kurs-Gewinn-Verhältnis auf über 70 katapultieren. Dies erschwert es den Investoren, bei den aktuellen Bewertungen einen Einstieg zu rechtfertigen, auch wenn namhafte Partner wie Nvidia, SoftBank und die Unterstützung durch die Trump-Regierung vorhanden sind.
Citigroup-Analyst Christopher Danely stufte Intel zuletzt von neutral auf verkaufen herab, mit dem Hinweis, dass die Foundry-Geschäfte nur minimale Erfolgsaussichten hätten. Die hohen Investitionsausgaben von 18 Milliarden Dollar in diesem Jahr und 15 Milliarden im kommenden Jahr tragen zu einem stark negativen freien Cashflow bei und schüren Bedenken bezüglich der Wettbewerbsfähigkeit dieses Sektors.
Zweifelsohne bleibt abzuwarten, inwieweit sich Intel durch die neuen Partnerschaften strategisch neu aufstellen kann, um nachhaltige Gewinne zu generieren und die Erwartungen der Investoren zu erfüllen.

