Intel kämpft mit Lieferengpässen und verfehlten Prognosen
Der Chip-Gigant Intel sieht sich auf seinem ehrgeizigen Sanierungskurs mit unangenehmen Hindernissen konfrontiert. Lieferengpässe trüben die Aussichten des Unternehmens, und die jüngst verkündete Umsatzprognose von 11,7 bis 12,7 Milliarden Dollar für das laufende Quartal enttäuschte die US-Börsianer zutiefst. Als Konsequenz fiel der Kurs der Intel-Aktie im nachbörslichen Handel deutlich um mehr als zehn Prozent.
Finanzchef David Zinsner erläuterte während einer Telefonkonferenz mit Analysten, dass die Hochskalierung der Produktionskapazität für die neue Chipgeneration mehr Zeit brauche. Infolge dessen priorisiert Intel in naher Zukunft die verstärkte Nachfrage nach Rechenzentrum-Technologie. Bedauerlicherweise wurde der Bedarf in diesem Bereich bei der Planung stark unterschätzt.
Laut Analyst Jay Goldberg von Seaport Research trägt auch die Knappheit bei Speicherchips zur Misere bei, was die Produktion von PCs mit Intel-Chips beeinträchtigt. Diese Engpässe werden durch die immense Nachfrage nach Speicherlösungen für KI-Rechenzentren noch verschärft. Im Vergleich zum Vorjahr war die Bilanz von Intel trotz eines Umsatzrückgangs und einem Verlust von 591 Millionen Dollar – nach einem weitaus geringeren Verlust im Vorjahresquartal – dennoch besser als von Analysten erwartet.
Seit knapp einem Jahr geht Chief Executive Lip-Bu Tan mit ambitionierten Kostensenkungen und strategischen Umstrukturierungen voran, um das Unternehmen zurück in die Erfolgsspur zu bringen. Die Aufgabe des geplanten Werks in Magdeburg ist ein Teil dieser Strategie. Des Weiteren wurde im August bekannt, dass die USA durch Druck von Präsident Donald Trump einen zehnprozentigen Anteil an Intel erhalten haben, als Gegenleistung für zuvor gewährte Milliarden-Subventionen.
Seit dieser Intervention hat sich der Kurs der Intel-Aktie verdoppelt. Während Intel einst den Halbleitermarkt dominierte, kämpft das Unternehmen mittlerweile mit großen Herausforderungen. Besonders im Bereich der Künstlichen Intelligenz-Chips hat der Grafikkarten-Spezialist Nvidia signifikante Marktanteile erobert. Auch im Kerngeschäft mit PC-Prozessoren und Rechenzentrum-Chips steht Intel unter erheblichem Wettbewerbsdruck.

