Verbraucherpreise

Inflationsrate verharrt bei 2,3 Prozent

28. Februar 2025, 14:49 Uhr · Quelle: dpa
Das Leben in Deutschland hat sich im Februar in gleichem Maße verteuert wie im Januar. Auf Jahressicht erwarten Volkswirte Entspannung. Dennoch müssen sich Verbraucher an höhere Preise gewöhnen.

Wiesbaden (dpa) - Vorerst keine weitere Entspannung bei der Teuerung in Deutschland: Im Februar lagen die Verbraucherpreise wie im Januar um 2,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten zur Inflation errechnet hat.

In den Bundesländern verlief die Entwicklung dabei uneinheitlich, wie den Mitteilungen der Statistischen Landesämter zu entnehmen ist: Während Nordrhein-Westfalen eine auf 1,9 Prozent gesunkene Inflationsrate vermeldete, kletterte die jährliche Teuerung in Baden-Württemberg im Februar auf 2,5 Prozent, Sachsen-Anhalt verzeichnete sogar 3,0 Prozent Inflation.

Steigende Verbraucherpreise von Januar auf Februar 2025

Zu Jahresbeginn hatte der Preisauftrieb in Deutschland insgesamt entgegen der Erwartung vieler Volkswirte nach drei Anstiegen in Folge an Tempo verloren. Im Dezember lag die Inflationsrate noch bei 2,6 Prozent. Von Januar auf Februar des laufenden Jahres verteuerten sich Waren und Dienstleistungen nach vorläufigen Angaben der Wiesbadener Statistiker um 0,4 Prozent.

Ermutigend: Die Inflationsrate ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel ging im Februar auf 2,6 Prozent zurück. Im Januar hatte diese sogenannte Kerninflation, die nach Meinung vieler Ökonomen den Inflationstrend besser darstellt als die Gesamtrate, noch 2,9 Prozent betragen.

«Offensichtlich fällt es den Unternehmen schwerer, die weiter kräftig steigenden Lohnkosten an ihre Kunden weiterzugeben», ordnete Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen ein. «Folglich dürfte die Kernteuerungsrate in den kommenden Monaten langsam weiter nachgeben, sie wird aber wohl kaum unter 2 Prozent fallen.»

Preisentwicklung im Februar unterschiedlich

Im Februar war Tanken und Heizen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes günstiger als ein Jahr zuvor. Energie verbilligte sich um 1,8 Prozent und damit etwas stärker als im Januar und im Dezember (jeweils minus 1,6 Prozent).

Dagegen zogen die Lebensmittelpreise wieder deutlicher an: Die Preise lagen im Februar um 2,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, im Januar waren es lediglich 0,8 Prozent. 

Dienstleistungen wie Autoreparaturen oder Gaststättenbesuche verteuerten sich wie schon in den Monaten zuvor überdurchschnittlich. Hier schwächte sich der Preisauftrieb im Februar immerhin etwas auf 3,8 Prozent ab.

Volkswirte erwarten Rückgang der Inflation im Jahresverlauf

Die Angst vor steigenden Kosten für das tägliche Leben nennen Verbraucherinnen und Verbraucher in Umfragen immer wieder als eine ihrer größten Sorgen. Höhere Inflationsraten schmälern die Kaufkraft der Menschen, weil sie sich für einen Euro dann weniger leisten können.

Nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine vor drei Jahren waren die Preise für Energie und Lebensmittel rasant gestiegen. Bis auf 8,8 Prozent im Herbst 2022 kletterte die Inflationsrate in Deutschland. 

Die große Teuerungswelle ist gebrochen. Viele Volkswirte rechnen damit, dass die Inflation in Deutschland weiter zurückgehen wird. Für das laufende Jahr prognostizieren Ökonomen eine durchschnittliche Teuerungsrate von etwas über zwei Prozent und damit ein ähnliches Niveau wie 2024 mit 2,2 Prozent.

«Müssen uns an ein höheres Preisniveau gewöhnen»

Auch die Bundesbank rechnet mit weiterer Entspannung: «Wir gehen (...) davon aus, dass der Abwärtstrend intakt ist und die Inflation in Deutschland weiter sinken wird», sagte Bundesbank-Präsident Joachim Nagel jüngst. «Mit einer nachhaltigen Rückkehr zur Zwei-Prozent-Marke rechnen wir in Deutschland 2026.»

Bei mittelfristig 2,0 Prozent Inflation sehen die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) ihr Hauptziel stabiler Preise und somit einer stabilen Währung im Euroraum erreicht. Dieser Wert ist weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige Preise gelten ebenso wie zu stark steigende Preise als Risiko für die Konjunktur: Unternehmen und Verbraucher könnten Investitionen aufschieben in der Erwartung, dass es bald noch billiger wird.

Auch wenn einzelne Preise wieder sinken, müssen sich die Menschen hierzulande nach Einschätzung von Bundesbank-Präsident Nagel in der Breite «an ein höheres Preisniveau gewöhnen». Spielraum für Preiserhöhungen sehen vor allem Industrie und Einzelhandel, wie die jüngste Umfrage des Ifo-Instituts ergab. Dessen Konjunkturchef Timo Wollmershäuser erwartet in Deutschland eine Inflation «vorerst über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank».

EZB vor nächster Zinssenkung

Volkswirte sehen die Inflationsentwicklung als Bestärkung für die EZB, die Zinsen im Euroraum weiter zu senken. Als wahrscheinlich gilt, dass der EZB-Rat am Donnerstag (6.3.) eine Verringerung des für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzinses um 0,25 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent beschließen wird. Es wäre die sechste Senkung der Leitzinsen im Euroraum seit Sommer 2024. 

«Das bedeutet für die Sparer, dass Bankeinlagen zunehmend unattraktiv werden und in längere Laufzeiten umgeschichtet werden muss», erläutert Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater. «Die Zeiten des bequemen Geldparkens am Geldmarkt sind nach etwa zwei Jahren wieder vorbei.»

Preis / Verbraucher / Deutschland
28.02.2025 · 14:49 Uhr
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