Inflationserwartungen in der Eurozone erreichen neuen Höchststand
Die Inflationserwartungen der Verbraucher in der Eurozone haben im April einen neuen Höchststand erreicht, wie aus den aktuellen Umfrageergebnissen der Europäischen Zentralbank (EZB) hervorgeht. Die Verbraucher rechnen binnen der nächsten zwölf Monate mit einem Preisanstieg von 3,1 Prozent. Dieser Wert übertrifft die Erwartung für März, die bei 2,9 Prozent lag, sowie den Februar-Wert von 2,6 Prozent. Analysten zeigten sich nach den Umfrageergebnissen überrascht, da sie für den April einen Rückgang auf 2,8 Prozent vorausgesagt hatten.
Im Gegensatz dazu blieb die längerfristige Einschätzung stabil: Die Inflationserwartung für die kommenden drei Jahre verharrt weiterhin bei 2,5 Prozent. Diese Erhebungen basieren auf der monatlichen Online-Umfrage der EZB, bei der rund 19.000 Verbraucher aus elf Euro-Ländern befragt werden. Die Einschätzungen der Verbraucher spielen eine entscheidende Rolle bei der Festlegung der Geldpolitik der EZB.
Die tatsächliche Inflation in der Eurozone wurde im April mit 2,2 Prozent beziffert. Die EZB hat als mittelfristiges Ziel eine Inflationsrate von zwei Prozent gesetzt. Die Marktteilnehmer spekulieren derweil darauf, dass die Zentralbank bei ihrer Zinssitzung in der kommenden Woche die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte senken wird, um dem wirtschaftlichen Umfeld Rechnung zu tragen.

