Inflationsdruck in Deutschland bleibt bestehen: Verbraucherpreise im Aufwärtstrend
Die inflationsbedingten Herausforderungen in Deutschland setzen sich auch im August fort. Das Statistische Bundesamt meldet, dass die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,2 Prozent gestiegen sind. Im Juni und Juli hatten die Statistiker noch eine Inflationsrate von 2,0 Prozent errechnet. Von Juli auf August dieses Jahres erhöhten sich die Preise um 0,1 Prozent, und Volkswirte prognostizieren, dass die Inflation weiterhin über der Zwei-Prozent-Marke verharren wird.
Laut Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, zeigt sich die Inflation hartnäckiger als erwartet. Die Kerninflation, die volatilen Preise für Nahrungsmittel und Energie ausklammert, bleibt auf einem Niveau von 2,7 Prozent. Steigende Lebensmittelpreise setzen Verbraucher zusätzlich unter Druck, obwohl die akute Inflation nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs abgeklungen ist.
Eine erfreuliche Entwicklung ist der Anstieg der Löhne: Im zweiten Quartal übertrafen diese mit 4,1 Prozent den Anstieg der Verbraucherpreise, was zu einer Reallohnerhöhung von 1,9 Prozent führte. Dennoch liegt das Lohnniveau nach Berücksichtigung der Inflation noch unter dem von 2019, wie die KfW feststellt. Thomas Gitzel von der VP Bank sieht keine kurzfristige Entspannung der Kerninflationsrate. Der preisdämpfende Einfluss der Energiepreise schwindet, und die Lebensmittelpreise könnten wiederum ansteigen.
Insbesondere Kaffee und Schokolade sind im Vergleich zum Vorjahresmonat um bis zu 25 Prozent teurer, während regionale Preisrückgänge bei einigen Gemüsesorten verzeichnet wurden. Die Energiekosten reduzierten sich im August um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dennoch, im Vergleich zu den drastischen Rückgängen des vergangenen Jahres, zeigt sich dies als Preissteigerung aufgrund von Basiseffekten.
Für das Gesamtjahr wird eine Inflationsrate um die zwei Prozent erwartet, was dem Ziel der Europäischen Zentralbank für stabile Preise entspricht. Dienstleistungen wie Gastronomie und Autoreparaturen verzeichneten im August keine weitere Verteuerung und verharrten auf einem Anstieg von 3,1 Prozent im Jahresvergleich, bedingt durch gestiegene Löhne. Trotz einer früheren Teuerungswelle bei Dienstleistungen, bleiben die Preise stabil.

