Inflationsdämpfer durch sinkende Energiepreise – Verbraucher profitieren unterschiedlich
Im Juni erlebten die deutschen Verbraucher eine Stabilisierung der Inflation bei erfreulichen 2,0 Prozent – ein Niveau, das zuletzt im Oktober 2024 verzeichnet wurde. Während das Statistische Bundesamt die Zahlen nun offiziell bestätigt hat, sind es insbesondere gesunkene Energiepreise, die positiven Einfluss auf das Preisgefüge haben. Der Vergleich zum Vorjahr zeigt, dass Energiekosten um 3,5 Prozent gesunken sind, wenngleich die Differenz im Vergleich zu den Vorjahresmonaten April und Mai größer war. Kraftstoffe verbilligten sich um 4,6 Prozent, während Brennstoffe wie Heizöl und Holzpellets einen Preisrückgang von je 5,6 Prozent erfuhren. Auch Strom wurde um 2,4 Prozent günstiger.
Anders stellt sich die Situation bei Lebensmitteln dar. Zwar stiegen die Preise geringer als in den Vormonaten, markante Preiszuwächse sind jedoch bei Obst (plus 7,4 Prozent), Süßwaren (plus 5,3 Prozent) sowie bei Molkereiprodukten und Eiern (plus 3,6 Prozent) zu verzeichnen. Diese Differenzen werden an der Supermarktkasse für Verbraucher deutlich spürbar.
Der Dienstleistungssektor zeigt sich hingegen hartnäckig in seiner Teuerung. Hier sind die Preise im Juni um 3,3 Prozent gestiegen, angetrieben durch steigende Löhne. Versicherungen, Pauschalreisen und Autoreparaturen sind einige der Dienstleistungen, die von dieser Entwicklung betroffen sind.
Die Zukunft der Inflation hängt für Volkswirte stark von den Entwicklungsverläufen bei Rohöl ab. Der zwischenzeitlich durch Konflikte zwischen Israel und Iran künstlich in die Höhe getriebene Ölpreis hatte eine nachhaltige Wirkung auf die Inflation. Die jüngste Entspannung und der anschließende Preissturz erreichen die Zapfsäulen jedoch nur verzögert.

