Inflationsausblick für Brasilien: Zentralbank sieht Ziel in weiter Ferne
In ihrem jüngsten vierteljährlichen Bericht zur Geldpolitik malt die brasilianische Zentralbank ein ambivalentes Bild der Inflation: Während die Inflationsrate im ersten Quartal 2028 nahe dem offiziellen Zielwert liegen soll, wird sie diesen dennoch nicht ganz erreichen. Die aktuellen Prognosen veranschaulichen eine erwartete Inflationsrate von 3,1% für das erste Quartal 2028, nachdem zuvor 3,4% für den gleichen Zeitraum 2027 veranschlagt wurden.
Im Kern zielt die Bank auf eine Inflationsrate von 3% ab, mit einer Toleranz von 1,5 Prozentpunkten nach oben oder unten. Vergangene Woche entschied sich die Zentralbank dafür, die Leitzinsen auf dem höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten bei 15% zu belassen.
Dies deutet auf eine neue Phase der stabilen Zinspolitik hin, deren Ziel es ist, dem Preisdruck Einhalt zu gebieten. Bereits im letzten Jahr hatte die Bank die Benchmark-Zinsen um 450 Basispunkte angehoben.
Seit dem Juni-Report wurde die Inflationsprognose für 2025 um 0,1 Prozentpunkte auf 4,8% gesenkt, während die Schätzung für 2026 unverändert bei 3,6% blieb. Die Bank hebt hervor, dass unter anderem die Dynamik im Arbeitsmarkt und gestiegene Strompreise die Inflation befeuert haben.
Auf der anderen Seite wirken sich die Aufwertung des Real und gesunkene Inflationserwartungen dämpfend aus. Zusätzlich korrigierte die Zentralbank ihre Prognose für das BIP-Wachstum 2025 leicht nach unten auf 2,0%, im Vergleich zu zuvor prognostizierten 2,1% im Juni.
Begründet wird dies mit einem moderateren Wirtschaftswachstum als Folge der jüngsten geldpolitischen Straffung. Erstmals wurde auch ein Wachstumsausblick für 2026 veröffentlicht, der bei 1,5% liegt.

