Inflation in den USA stagniert überraschend – Zinssenkung voraus?
Die Inflation in den USA bleibt wider Erwarten stabil. Wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte, verharrten die Verbraucherpreise im Juli bei einem Jahresanstieg von 2,7 Prozent. Analysten hatten angesichts der schwebenden Zölle von US-Präsident Donald Trump auf Importwaren mit einem stärkeren Anstieg auf 2,8 Prozent gerechnet. Seit Längerem wird ein robustes Anziehen der Inflation prognostiziert, ausgelöst durch die rigide Zollpolitik seitens der US-Regierung. Jedoch ist die Realität noch immer von einer eher behäbigen Preissteigerung geprägt. Laut Elmar Völker von der Landesbank Baden-Württemberg zeigen sich die Teuerungsraten im Vergleich zum inflationären Potenzial der US-Zollpolitik zurückhaltend. Bernd Weidensteiner von der Commerzbank bezeichnet den bisherigen Zolleffekt als "relativ moderat". Offenbar scheuen viele Unternehmen davor zurück, die extrakostenintensiven Zölle vollständig an die Verbraucher weiterzugeben. Diese Zurückhaltung dürfte jedoch nur ein temporäres Phänomen sein, denn eine stärkere Preisdurchsetzung wird erwartet. Im Bestreben der US-Notenbank, die Inflation auf einer jährlichen Rate von zwei Prozent zu halten, könnte diese unerwartete Preisstabilität zu weiteren Zinssenkungen führen. Der US-Dollar reagierte prompt auf die neuen Inflationsdaten und verzeichnete gegenüber dem Euro signifikante Verluste an den Devisenmärkten.

