Infektorisches Puzzle: US-Arbeitsmarkt und Fed-Entscheidungen im Fokus
Die anhaltenden Sorgen über einen schwächeren Arbeitsmarkt in den USA könnten die Federal Reserve dazu bewegen, in der kommenden Woche ihre Zinssenkungen fortzusetzen. Dennoch dürften die Währungshüter aufgrund neuer Hinweise, dass Zölle die Preise in die Höhe treiben, mit Bedacht vorgehen.
Der Donnerstag war geprägt von Marktprognosen, die nach der Veröffentlichung staatlicher Berichte aufkamen. Diese zeigten, dass die Anzahl der Arbeitslosenansprüche in der vergangenen Woche sprunghaft anstieg und die Verbraucherpreise im August stärker als erwartet zulegten. Besonders auffällig waren die Preisanstiege bei Möbeln und Autos, die stark von Einfuhrzöllen belastet werden. Auf Jahressicht stiegen die Verbraucherpreise im letzten Monat um 2,9 %, was dem Anstieg im Juli entspricht. Die Fed strebt bekanntlich eine Inflationsrate von 2 % an, gemessen mit einem verwandten Indikator.
James Knightley, Chefvolkswirt bei ING, kommentierte, dass die Inflation höher sei, als erhofft, jedoch der Schwerpunkt der Fed auf den Arbeitsplätzen liege. Der wöchentliche Anstieg der Arbeitslosenansprüche sei der größte seit fast vier Jahren, was auf eine Zunahme der Entlassungen in einem schon schwachen Einstellungsumfeld hindeute. Dies stärkt die Erwartung einer Zinssenkung um 25 Basispunkte bei der Sitzung der Fed am 16. und 17. September.
Die Preisentwicklung bei den Zinssätzen zeugt davon, dass mit einer Zinssenkung um einen viertel Prozentpunkt bei jeder der noch verbleibenden Fed-Sitzungen in diesem Jahr gerechnet wird. Damit würde der Zinssatz auf eine Spanne von 4,00 % bis 4,25 % gesenkt werden. Auch die Wetten auf eine weitere Zinssenkung im Januar stiegen erheblich, wobei die Wahrscheinlichkeit hierfür fast 50 % erreicht hat, gegenüber weniger als 40 % vor den aktuellen Daten.
Volkswirte, die von Reuters vor den jüngsten Daten befragt wurden, erwarteten zuvor, dass die Fed die Zinsen im restlichen Verlauf des Jahres 2025 zweimal senken werde. Präsident Donald Trump hingegen fordert weit drastischere Zinssenkungen.

