Immobilienmarkt im Aufwind: Steigende Preise trotz Herausforderungen
Die Immobilienpreise ziehen trotz wirtschaftlicher Herausforderungen wieder an, und sowohl Käufer als auch Mieter spüren die Auswirkungen. Besonders in den Ballungszentren ist der Wohnraum knapp, während Baukosten und Zinsen weiter steigen. Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft prognostiziert, dass die Immobilienpreise bis 2026 moderat um drei bis vier Prozent zunehmen könnten – jedoch nicht so stark wie in den 2010er Jahren.
Steigende Mieten und Kaufpreise sind auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Ein Haupttreiber ist die wachsende Anzahl an Einpersonenhaushalten, die den Bedarf an Wohnraum unabhängig von der Bevölkerungszahl erhöhen. Die durchschnittliche Haushaltsgröße ist in den letzten Jahrzehnten gesunken, was unter anderem auf spätere Familiengründungen und niedrigere Geburtenraten zurückzuführen ist. Laut Prognosen soll der Anteil der Einpersonenhaushalte bis 2045 weiter zunehmen.
Während in ländlichen Gebieten viele Wohnungen leer stehen, sind die städtischen Immobilienmärkte überlastet. Die hohen Preise werden zusätzlich durch steigende Bauzinsen und eine stockende Neubautätigkeit angeheizt. Die Bauzinsen verharren auf einem erhöhten Durchschnittswert von 3,7 Prozent, und es wird erwartet, dass sie in naher Zukunft stabil bis leicht steigend bleiben.
Besonders in den großen Städten haben die Mieten sowohl im Bestand als auch im Neubau zugelegt. Eine Entspannung ist nicht in Sicht, da der Neubau weiterhin unter den notwendigen 320.000 neuen Wohnungen pro Jahr liegt. Dieser Mangel an Neubauten treibt die Nachfrage und somit die Preise an. Dennoch zeigt sich eine positive Stimmung im Wohnbau, mit einer steigenden Zahl an Baugenehmigungen.
Erhöhte Löhne und Erbschaften sind zusätzliche Faktoren, die die Immobiliennachfrage stützen. Die Reallöhne haben zuletzt deutlich zugelegt, und die zunehmende Erbengeneration bringt oft signifikantes Eigenkapital für den Erwerb von Immobilien mit.

