Im Sturme des Handelsstreits: Deutsche Staatsanleihen im Aufwind
Die Unsicherheit eines drohenden Handelskriegs hat die Kurse deutscher Staatsanleihen beflügelt. Der Euro-Bund-Future, der als Gradmesser gilt, verzeichnete am späten Nachmittag einen Anstieg um 0,51 Prozent und erreichte 133,19 Punkte. Zeitgleich gab die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen nach und sank auf 2,39 Prozent. Der Anstoß zu dieser Bewegung kam von US-Präsident Donald Trump, der jüngst umfangreiche Importzölle auf Waren aus Kanada, Mexiko und China implementiert hat. Besonders in Europa sorgt diese Entwicklung für Verunsicherung, da ähnliche Maßnahmen auch gegen die EU drohen könnten. Allerdings schwächte sich der Gewinn beim Anleihenhandel im Verlauf des Nachmittags wieder etwas ab. Die mexikanische Präsidentin, Claudia Sheinbaum, verkündete eine vorübergehende Aussetzung der US-Zölle auf mexikanische Produkte für einen Monat, was für etwas Entspannung sorgte. Laut Rainer Guntermann, Analyst der Commerzbank, kamen die Zölle zwar nicht überraschend, wirken aber dennoch belastend auf die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer. Indes hatten überraschend positive Wirtschaftsdaten aus den USA nur einen geringen Einfluss auf die Märkte. Erstmals seit über zwei Jahren zeigt sich die US-Industrie wieder im Wachstumsmodus: Der ISM-Einkaufsmanagerindex erreichte nun seinen höchsten Stand seit Oktober 2022, was stärker als erwartet ausfiel.

