IAA Mobility 2025: Deutsch-chinesischer Showdown um die Elektrofahrzeug-Vorherrschaft
Die Automesse IAA Mobility präsentiert sich in diesem Jahr so chinesisch wie nie zuvor. Laut Veranstalter, dem Verband der Automobilindustrie (VDA), haben sich 116 chinesische Aussteller registriert. Damit stellt das Reich der Mitte die größte ausländische Delegation auf der renommierten Mobilitätsmesse, die insgesamt auf 748 Aussteller aus 57 Prozent internationalem Terrain kommt – ein beachtlicher Rekord.
Es sind längst nicht mehr nur die kleinen Zulieferer, die das Interesse an der IAA wecken. Zunehmend drängen auch große chinesische Autohersteller auf das internationale Parkett der Messe. Diese Entwicklung markiert die IAA 2025 als "vielfältigste Plattform in der Geschichte der Automobilkonzerne", so der VDA. Allerdings bedeutet dies auch, dass die Vormachtstellung deutscher Hersteller auf der Messe zunehmend herausgefordert wird.
In Deutschland haben chinesische Marken auf dem Automobilmarkt ihre Präsenz verdoppelt. Laut Kraftfahrt-Bundesamt wurden von Januar bis August über 35.000 chinesische Fahrzeuge neu zugelassen. Rechnet man die zum Geely-Konzern gehörenden Marken Volvo und Polestar hinzu, überschreitet der Marktanteil die Vier-Prozent-Hürde – mehr als Toyota und Tesla zusammen.
Besonders der Elektrogigant BYD zeigt eindrucksvoll wachsende Zahlen mit über 8.500 Neuzulassungen, eine Verfünffachung gegenüber 2024. Doch Hürden bleiben, von Zöllen über schwache Händlernetze bis hin zu Imageproblemen. Experten wie Stefan Reindl, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft, betonen die Unterschiede in den Vertriebsstrukturen: Während VW mit rund 700 Standorten glänzt, zählt BYD kaum 30.
Europaweit verzeichnet der Marktanteil chinesischer Hersteller im ersten Halbjahr bereits über fünf Prozent. Deutsche Hersteller wie BMW mit dem iX3 rüsten auf der IAA gegen die selbstbewussten chinesischen Konkurrenten auf, die mit kostengünstigen Elektrofahrzeugplänen in München auftreten. Inovev fasst es treffend zusammen: Die IAA 2025 werde zum "deutsch-chinesischen Kampf um die Vorherrschaft im Bereich der Elektrofahrzeuge", eine Herausforderung, die die deutschen Marken selbstbewusst annehmen sollten.

