Hyundai setzt auf neue SUV-Modelle und Börsengang, um Marktanteil in Indien zurückzuerobern
Hyundai Motor hat sich fest vorgenommen, seinen Marktanteil in Indien zurückzugewinnen. Der einst erfolgreichste ausländische Autobauer auf den indischen Straßen plant eine Reihe von neuen SUV-Modellen, während er sich auf einen Börsengang im Volumen von drei Milliarden US-Dollar vorbereitet. Der Startschuss für diese SUV-Offensive fällt Anfang nächsten Jahres mit dem ersten in Indien gefertigten Elektrofahrzeug. Bis 2026 sollen dann mindestens zwei weitere benzinbetriebene Modelle, die speziell für den indischen Markt entwickelt wurden, folgen. Drei mit den Plänen vertraute Quellen berichten, dass Hyundai mit diesen margenstärkeren Angeboten optimistischer auf den drittgrößten Automarkt der Welt blickt, während die Präsenz in China schrumpft und die Absätze im Heimatland zurückgehen. Hyundais Marktanteil in Indien hat zuletzt unter dem zunehmenden Wettbewerb gelitten. Allein Tata Motors und Mahindra & Mahindra konnten mit neuen SUV-Modellen deutliche Marktanteilsgewinne erzielen und den Absatz kleiner Pkw in den Schatten stellen. Dies führte dazu, dass Hyundais Marktanteil in Indien von 17,5% vor vier Jahren auf 14,6% gesunken ist, während Tatas Anteil fast verdreifacht wurde und nun bei 14% liegt. Toyota, der größte ausländische Konkurrent, konnte seinen Anteil ebenfalls von 4% auf 6% erhöhen. Der langjährige Erfolg Hyundais in Indien basiert auf erschwinglichen Kleinwagen, wie dem inzwischen eingestellten Santro. Doch der Wandel hin zu SUVs erforderte eine Anpassung der Strategie. Erwartet wird der doppelte Launch neuer benzinbetriebener SUVs, darunter ein Modell basierend auf dem Bayon-Crossover sowie ein größeres Modell, das mit Mahindras XUV700 konkurrieren soll. Nicht nur die neuen Modelle, sondern auch der geplante Börsengang sollen zur Wiederbelebung der Marke in Indien beitragen. Hyundai plant, 17,5% seiner Anteile am indischen Geschäft an die Öffentlichkeit zu verkaufen und verfolgt dabei eine "Premiumisierungs"-Strategie, die trotz rückläufiger Volumina hohe Gewinnmargen ermöglicht hat. Gleichzeitig plant Hyundai, die regionalen Produktionskapazitäten für Elektrofahrzeuge auszubauen und Indien als wichtiges Exportzentrum zu etablieren. Experten wie V G Ramakrishnan von der Beratungsfirma Avanteum betonen jedoch, dass Hyundai einen Balanceakt hinlegen muss, um sowohl Marktanteil als auch Margen nach dem Börsengang zu erhalten. Wenn eines von beidem nachlässt, könnten die Aktionäre Fragen stellen. Hyundais Vorstandsvorsitzender, Euisun Chung, machte während eines Besuchs in Indien im April deutlich, dass das Land für Hyundai Motor nach den USA und Südkorea der drittgrößte Umsatzgenerator ist. Das Unternehmen hat bereits fünf Milliarden US-Dollar in Indien investiert und plant, in den nächsten zehn Jahren weitere vier Milliarden US-Dollar zu investieren, um die Marke als Premium-Anbieter zu etablieren und das Umsatzwachstum zu steigern. Die geplante Einführung von insgesamt fünf neuen Elektrofahrzeugen bis Ende des Jahrzehnts passt zu Hyundais globaler Strategie, den Absatz bis 2030 um 30% zu steigern. Zeitgleich verfolgen die indischen Konkurrenten ambitionierte Pläne, um Hyundai und andere herauszufordern, was den Markt in den nächsten Jahren spannend bleiben lässt.

