Hoffnungsträger für Aixtron: Solar- und LED-Industrie im Fokus
Der Technologieausrüster Aixtron blickt optimistisch auf das kommende Jahr, da erste Anzeichen für Reinvestitionen in die Solar- und LED-Industrie wahrnehmbar sind. Die jüngsten Quartalsergebnisse des MDax-Unternehmens offenbaren, dass diese Entwicklungen zu einem frischen Aufwind für das kommende Geschäftsjahr führen könnten. Diese Vorzeichen beflügelten den Aktienkurs, der sprunghaft anstieg.
Analyst Craig McDowell von JPMorgan erkennt in den aktuellen Berichten für das dritte Quartal positive Tendenzen. Aixtron hebt besonders den Ausbau von KI-Rechenzentren als wichtigen Markttreiber hervor, da die Nachfrage nach optoelektronischen Anlagen, wie Datenkommunikationslasern, weiter anhält und sich bis 2026 fortsetzen dürfte. Dennoch stellt sich heraus, dass der Umsatzbeitrag aus den Segmenten Optoelektronik, ROY-LED- und Micro-LED relativ gering bleibt. Eine merklichere Geschäftsbelebung erfordert daher eine stärkere Nachfrage aus anderen Industriebereichen.
Dennoch steht Aixtron vor Herausforderungen aufgrund der aktuellen Markttrends. Während der Bedarf im Bereich Optoelektronik — angetrieben durch KI-Rechenzentren — hoch bleibt, schwächeln die Märkte für SiC- und GaN-Leistungselektronik, die mit der stagnierenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, Smartphones und Laptops zu kämpfen haben. Fachleute bezeichnen die Jahre 2025 und 2026 daher als mögliche Übergangsphasen für das Unternehmen. Die langfristigen Strategien deuten jedoch auf stabiles Wachstum hin, dank der Einführung neuer 800-Volt-Architekturen, die Chips aus Galliumnitrid (GaN) und Siliziumcarbid (SiC) effizienter nutzen als herkömmliche Siliziumchips.
Auch Unternehmen wie Nvidia, Texas Instruments und Infineon arbeiten an dieser Technologie und schaffen damit Potenzial für die künftige Energieversorgung in Rechenzentren. Diese zentralisierte 800-VDC-Architektur verspricht, Leistungsverluste zu minimieren und die Effizienz zu maximieren, so vermeldete Infineon kürzlich.
Obwohl Aixtron bereits Mitte Oktober vorsichtigere Jahresziele angekündigt hatte, war die Überraschung an den Märkten begrenzt. Die finalen Quartalszahlen bestätigten einen deutlichen Rückgang bei Auftragseingang, Umsatz sowie Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit). Der Reingewinn schrumpfte um nahezu 60 Prozent auf 13 Millionen Euro. Die Anleger reagierten gelassen, und die Aktien verzeichneten an diesem Donnerstag dennoch einen Anstieg von fast sechs Prozent auf 13,52 Euro — allerdings innerhalb der Schwankungsbreiten der letzten Wochen. Für das kommende Jahr bleibt ein Kursverlust von etwa zehn Prozent noch ausstehend.

