Hoffnungsschimmer oder weiteres Aufbäumen: Verhandlungen im Ukraine-Krieg
Russland hat der ukrainischen Regierung vorgeschlagen, an diesem Montag eine weitere Gesprächsrunde für eine Waffenruhe abzuhalten. Ort des Geschehens soll erneut Istanbul sein, verkündete Sergej Lawrow, der russische Außenminister, gemäß der Staatsagentur Tass. Die russische Delegation zeigt sich bereit, den ukrainischen Vertretern ein Memorandum zu präsentieren, welches die russische Sichtweise zu den Kernursachen des Konflikts darlegt.
Die ukrainische Seite, vertreten durch Außenminister Andrij Sybiha, hat unverzüglich auf die Ankündigung reagiert und darauf gedrängt, das Memorandum bereits im Vorfeld zu erhalten. Man erwarte eine zügige Vorlage russischer Vorschläge, um das Treffen nicht scheitern zu lassen.
Auch der ukrainische Verteidigungsminister Rustem Umjerow äußerte sich zu den Gesprächen und betonte, dass es bereits ein ukrainisches Positionspapier gäbe. Man warte lediglich darauf, dass Russland seine Vorschläge präsentiert, damit der nächste Schritt zur Beendigung des Krieges stattfinden könne.
Unterdessen forderte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mehr internationalen Druck auf Russland. Selenskyj betonte, dass führende Mächte sich nicht genügend engagieren und sah dabei vor allem die Rolle der USA kritisch. Er vermisse auch den Einsatz von Staaten des globalen Südens sowie Chinas.
In den USA zeigte sich Präsident Donald Trump bezüglich neuer Sanktionen gegen Russland vorerst abwartend. Er machte jedoch deutlich, dass, sollte Putin nicht ernsthaft verhandeln wollen, die USA zu einer robusteren Reaktion bereit sei.
Deutschland hat der Ukraine seine Unterstützung bei der Produktion von weitreichenden Raketen zugesagt, wie Bundeskanzler Friedrich Merz bekanntgab. Diese Entscheidung hat das Potential, die Lieferungen deutscher Taurus-Marschflugkörper weniger wahrscheinlich zu machen, dennoch wird diese Option nicht ausgeschlossen.
Die russische Regierung, vertreten durch Außenminister Lawrow, übte Kritik an Deutschlands Vorgehen und beschuldigte den deutschen Bundeskanzler der Kriegstreiberei. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul wehrte sich entschieden gegen diese Vorwürfe und kritisierte die russische Kriegsführung scharf.
Die Lage im Nordosten der Ukraine bleibt angespannt, da Russland Berichten zufolge eine Vielzahl von Soldaten an der Grenze zur Region Sumy stationiert. Die Anspannung erfasste auch Moskau, wo ukrainische Drohnen in der Nacht für Unruhe sorgten und zeitweise den Flugbetrieb am Flughafen Wnukowo zum Stillstand brachten.

