Höhenflug gestoppt: Goldpreis sinkt nach juristischem Dämpfer für Trumps Zollpolitik
Der Goldmarkt zeigt sich dieser Tage nervös: Im Zuge einer unerwarteten Wendung im anhaltenden Handelsstreit rutscht der Preis für eine Feinunze Gold am Donnerstag weiter ab und erreicht am Vormittag einen Stand von 3.281 US-Dollar. Damit entfernen sich die aktuellen Notierungen weiter vom bisherigen Rekordhoch von Mitte April, als der Goldpreis noch bei 3.500 Dollar notierte. Dabei hatte sich der Kurs nach erheblichen Verlusten über Nacht zunächst wieder etwas stabilisiert.
Noch vor einer Woche sah die Situation anders aus: Die Drohung von US-Präsident Donald Trump, hohe Strafzölle auf europäische Produkte zu erheben, verhalf dem Goldpreis zu einem deutlichen Anstieg. Doch die Ernüchterung folgte schnell, als Trump die umstrittenen Pläne auf Eis legte, was umgehend zu einem Verkaufsdruck beim Gold führte.
Am Donnerstag sorgte eine richterliche Entscheidung in den USA für Aufsehen. Ein Bundesgericht erkannte Trump das Recht ab, weitreichende Zölle unter Einsatz eines Notstandsgesetzes zu verhängen. Die Zölle seien demnach "aufgehoben und ihre Anwendung dauerhaft untersagt", so das Gericht. Diese juristische Niederlage bremst die aggressive Handelspolitik Trumps zumindest vorläufig aus.
Die US-Regierung hat jedoch bereits eine Berufung angekündigt, sodass eine endgültige Entscheidung weiterhin aussteht. Ungeachtet des jüngsten Preisrückgangs bleibt Gold als sicherer Hafen für Investoren attraktiv. Unter anderem durch die von Trump entfachten Handelskonflikte sowie Bedenken bezüglich der wachsenden US-Verschuldung ist der Goldpreis in diesem Jahr bereits um etwa ein Viertel gestiegen.
Auch in den vergangenen fünf Jahren legte der Preis des Edelmetalls, getrieben von geopolitischen Spannungen und hoher Inflation, um rund 90 Prozent zu.

