Historisches Gastgeschenk im Oval Office: Merz überrascht Trump mit Familiengeschichte
Im Rahmen seines Besuchs in Washington D.C. überreichte Bundeskanzler Friedrich Merz US-Präsident Donald Trump eine besondere Gabe: eine gold gerahmte Kopie der Geburtsurkunde von Trumps Großvater, der in der pfälzischen Kleinstadt Kallstadt zur Welt kam. Der CDU-Politiker eröffnete das bilaterale Treffen mit diesem charmanten Präsent, das gleich für gute Laune sorgte. Trump, dessen Familie den deutschen Wurzeln entwachsen ist, zeigte sich erfreut und amüsiert zugleich.
Friedrich Merz nahm sich die Zeit, das kleine Dorf nahe Bad Dürkheim als die Herkunftsstätte von Trumps Vorfahren zu beschreiben. Präsident Trump reagierte prompt auf den ortstypischen Namen mit einem humorvollen "That's serious German", und brachte damit Heiterkeit in den Raum. Die Urkunde selbst, vom Auswärtigen Amt detailreich ins Englische übersetzt und künstlerisch gestaltet, war diskussionswürdiger Gesprächsstoff. Friedrich Merz hatte es zudem bereits im Mai zur Sprache gebracht, Trump doch einmal nach Deutschland zu einer Reise auf den Spuren seiner Ahnen einzuladen.
Die Geschichte von Friedrich Trump, der sich im späten 19. Jahrhundert auf den Weg über den Atlantik machte, ist kompliziert. Nachdem er 1885 in die USA auswanderte und dort 1892 die Staatsbürgerschaft erlangte, versuchte er eine Rückkehr nach Kallstadt, die ihm jedoch verweigert wurde, da er beim Weggang keine formale Abmeldung durchführen ließ. In die USA zurückgekehrt, gründete er eine Familie, aus der in den Nachkriegsjahren Donalds Vater und später der künftige Präsident selbst hervorgingen.
Bereits in der ersten Amtszeit von Trump hatte die Verbindung nach Kallstadt für Medieninteresse gesorgt. Ein bemerkenswertes Detail: Auch Trumps Besuch seinerseits empfing von Angela Merkel einst ein Geschenk im Zusammenhang mit der "deutschen Heimat", in Form eines historischen Kupferstichs der Region. Ob Trump die Einladung nun wahrnimmt, bleibt abzuwarten. Der Bürgermeister von Kallstadt bekundet jedoch seine Bereitschaft als Gastgeber.

