Historische Annäherung: USA und EU finden Einigung im Zollstreit
Die europäischen Aktienmärkte starteten mit vielversprechenden Kursgewinnen in die neue Handelswoche, nachdem EU und USA eine Einigung im langwierigen Zollstreit erzielen konnten. Der EuroStoxx 50 zeigte am Mittag ein Plus von 0,9 Prozent und stand bei 5.400 Punkten.
Abseits der Euroländer verzeichnete der Schweizer Leitindex SMI einen Anstieg um 0,8 Prozent auf 12.047 Zähler. Auch der britische FTSE 100 verzeichnete ein dezentes Plus von 0,1 Prozent und kletterte damit auf 9.130 Punkte.
Der neue Basiszollsatz von 15 Prozent gilt für die meisten Importe aus Europa in die USA, einschließlich Fahrzeugen, Halbleitern und Pharmazeutika, jedoch nicht für Stahl und Aluminium. Hier bleibt es bei den bisherigen 50 Prozent.
Ausgenommen von diesen Zöllen bleiben wichtige strategische Güter wie Flugzeuge, Flugzeugteile und gewisse landwirtschaftliche Erzeugnisse. Es gibt jedoch auch kritische Stimmen. Jürgen Molnar von RoboMarkets äußerte Bedenken, dass das Abkommen in erster Linie den USA zugutekomme und für Europa ein ungünstiger Deal sei.
Trotz der Kritik glänzten europaweit Technologietitel mit einem Anstieg von 1,7 Prozent. An der Spitze standen die Titel der Halbleiterindustrie-Ausrüster ASML und AMS-Osram, die Kursgewinne von 4,9 beziehungsweise 4,1 Prozent verzeichneten.
Grund dafür war neben der Zollausnahme auch ein Mega-Auftrag von Samsung für Tesla, bei dem Chips im Wert von 16,5 Milliarden US-Dollar gefertigt werden sollen. Im Pharmasektor fiel die Reaktion auf die Einigung positiv aus, was Restzweifel über zusätzliche Zollbelastungen ausräumte.
Die Aktien von Novartis, Roche, Sanofi, Novo Nordisk, GSK und Astrazeneca erzielten Zugewinne zwischen 0,5 und 1,7 Prozent. Ein deutlicher Kursanstieg war bei ProSiebenSat.1 zu beobachten, deren Aktienwert um fast 11 Prozent auf 7,80 Euro kletterte.
Hintergrund ist das erhöhte Übernahmegebot von MediaForEurope. Neben der unveränderten Barkomponente von 4,48 Euro je Aktie bietet das italienische Unternehmen nun 1,3 eigene Aktien an, wodurch der Gesamtwert des Angebots auf 8,62 Euro je PSM-Aktie steigt.

